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EU von einer weiteren Tierseuche betroffen [DE]

Veröffentlicht 22. August 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Erstmals sind in den Niederlanden, Belgien und Deutschland Fälle von katarrhalischem Schafsfieber aufgetreten, einer Rinderseuche, deren Ausbreitung bisher auf Südeuropa beschränkt war.

Die niederländischen Behörden haben die Kommission am 18. August 2006 über einen Ausbruch der Krankheit in Kerkrade, nahe der belgischen und deutschen Grenze, informiert. Wenige Tage später folgten die ersten Fälle in Deutschland und Belgien. Diese Fälle sind nahe der niederländischen Grenze aufgetreten.

Am 21. August 2006 haben die EU-Veterinärexperten die Situation im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit diskutiert. Im Einklang mit der Richtlinie 200/75 über die Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit wurde ein Beschluss gefasst, der eine Überwachungszone im Umkreis von 150 Kilometer einrichtet. Diese Zone erstreckt sich über einen Großteil der Niederlande und Belgien, ganz Luxemburg und Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, des Saarlandes und Hessen. Zusätzlich ist ein Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern um die betroffenen Höfe zum Sperrgebiet erklärt worden.

Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, die Schutzmaßnahmen unverzüglich umzusetzen, obwohl eine formelle Bestätigung des Beschlusses des Ständigen Ausschusses durch die Kommission noch aussteht.

Um die Ausbreitung der Mücken, die als Infektionsträger dienen, zu begrenzen, sind Landwirte in den betroffenen Gegenden aufgefordert worden, Insektengift einzusetzen. 

Stellungnahmen: 

Die Autoren eines Artikels über „Climate change and the recent emergence of Bluetongue in Europe“ (Klimawandel und das kürzliche Auftreten der Blauzungenkrankheit in Europa), der in der Zeitschrift Nature Reviews Microbology (3/2005) erschienen ist, sehen einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Krankheit in Europa und „den veränderten Klimabedingungen in Europa, die es den Viren ermöglichen, den Winter zu überdauern“. 

Somit könnte die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit nach Norden  durch die globale Erwärmung bedingt sein.

CORDIS News äußert die Vermutung, dass die Ausbreitung in Mitteleuropa mit dem sehr warmen Juli-Wetter im Zusammenhang stehen könnte. Das warme Wetter könnte die notwendigen Voraussetzungen geschaffen haben für das Überleben der Mücken und ihrer Verbreitung.

 

Hintergrund : 

Katarrhalisches Schafsfieber (auch Blauzungenkrankheit  genannt) ist eine nicht-ansteckende, virale Infektionskrankheit von Wiederkäuern. Sie tritt hauptsächlich bei Schafen auf, kann jedoch auch Rinder, Ziegen, Büffel und Rehe befallen. Die Krankheit wird durch blutsaugende Mücken übertragen. Die Blauzungenkrankheit ist in Südeuropa verbreitet, vor allem in Italien und Spanien. Zu den Symptomen gehören hohes Fieber, verstärkte Speichelsekretion sowie Schwellungen im Maul, wodurch sich die Zunge blau verfärbt. Es gibt keine Behandlung für die Krankheit, jedoch besteht die Möglichkeit zu impfen.

Die Richtlinie 2000/75/EG des Rates zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit bestimmt besondere Maßnahmen bezüglich des Transports, der Impfung und der Importkontrollen. Das zugelassene Laboratorium für Blauzungenkrankheit ist das Institute for Animal Health  in Pirbright in Großbritannien. 

Es gibt bisher keine bekannten Fälle, in denen Menschen von dem Virus befallen wurden, und Experten geben Entwarnung bezüglich einer Übertragung durch den Verzehr von Milch oder Fleisch.

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