EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

Europäischer Trend zu Fettleibigkeit stellt höhere Lebenserwartung in Frage [DE]

Veröffentlicht 21. Juli 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Der Generaldirektor der GD Gesundheit der EU-Kommission, Robert Madelin, vertritt in einem Interview mit EurActiv die Auffassung, dass der derzeitige Trend zur Fettleibigkeit der allgemeinen Annahme, dass die Bürger in Zukunft länger und gesünder leben werden, entgegenwirkt.

Auf die Frage hin, wie ernst man in Europa das Phänomen Fettleibigkeit nehmen müsse, antwortet der Generaldirektor der GD Gesundheit der EU-Kommission, Robert Madelin in einem EurActiv-Interview: „Das Problem Fettleibigkeit könnte im Laufe der nächsten 10 bis 20 Jahre die zentrale demographische  Annahme widerlegen, dass wir immer länger und gesünder leben werden“ Er weist auf die bereits sehr ernste Lage in den Mittelmeerstaaten hin – in Griechenland und Italien liegt der Anteil der dicken Jugendlichen bereits bei über 30%. Die am schlimmsten betroffenen Länder in der EU, Großbritannien und Polen, erreichen beinah das Niveau der USA.

Fettleibigkeit ist eindeutig eine Verhaltensstörung. Letztendlich könnten alle Menschen ihr Idealgewicht halten – wieso tun sie es also nicht?“ fragt Madelin. Er sieht die Verantwortung teilweise in den Genen begründet sowie in unserem Verhaltensmuster und unserem modernen Lebensstil. Madelin unterstreicht, dass ein Großteil des Problems „durch das Umfeld“ bedingt ist. Er sieht eine dreidimensionale Rolle für die Europäische Union in der Bekämpfung der Fettleibigkeit vor. Die drei Pfeiler sollten bestehen aus: europäische Gesetzgebung in Bereichen wie Lebensmitteletikettierung, Impulse für stärkere politische Verpflichtungen sowie d Einrichtung eines „Testbereichs“ in dem Methoden und Praktiken getestet werden können.

Bezogen auf das derzeitige EU-Dossier über die Kennzeichnung von Lebensmittel sagt Madelin, dass Bildungs- und Informationskampagnen deutlich wichtiger seien als Rechtsvorschriften. „Wir vertreten die Einstellung, nicht übermäßig zu regulieren“ sagt Madelin, wobei er gleichzeitig unterstreicht, dass ein gewisses Maß an gesetzlichem Eingreifen unerlässlich ist. So wäre es für die Unternehmen beispielsweise sehr verwirrend, wenn es 25 unterschiedliche Verordnungen über Kennzeichnung gäbe statt nur einer.“

Über die EU-Plattform für Ernährung, körperliche Bewegung und Gesundheit  versucht die Kommission derzeit, NGOs und Wirtschaftsakteure zu einem wirksamen  Eingreifen gegen Fettleibigkeit zu bewegen. „Effektiveres Eingreifen bedeutet geringeres Marktversagen, was wiederum den Bedarf an öffentlicher Regulierung mindert.“

Für die Lebensmittelbranche liegt der wirtschaftliche Gewinn im Verkauf von gesunden Lebensmitteln. Dies werde auch zunehmend wahrgenommen. Madelin ist der Auffassung, dass öffentliches Eingreifen, die Bestrebungen der Wirtschaft in diesem Bereich noch beschleunigen könnte. Klicken Sie hier um das ganze Interview  zu lesen.

Nächste Schritte: 
  • Dem Grünbuch der Kommission über Ernährung und körperliche Bewegung wird voraussichtlich Anfang 2007 ein Weißbuch folgen.
Hintergrund : 

Fettleibigkeit gehört zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der Betroffenen um das Dreifache gestiegen und sie nimmt weiter rasant zu, vor allem unter Kindern. Schätzungen gehen davon aus, dass 7% der gesamten Gesundheitsausgaben für die Behandlung von Krankheiten, die durch Fettleibigkeit verursacht sind, verwendet werden. 

Im Dezember 2005 präsentierte die Kommission ein Grünbuch  mit dem Titel: Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung: eine europäische Dimension zur Verhinderung von Übergewicht, Adipositas und chronischen Krankheiten.

More in this section

Advertising

Sponsors

Advertising

Advertising