Ein am 22. Februar 2007 vorgelegter Forschungsbericht zum Stand der Vorbereitungen in der EU auf mögliche Grippeepidemien kommt zu dem Ergebnis, dass die EU und die Mitgliedstaaten große Fortschritte erzielt haben, jedoch die Vorbereitungen erst 2010 komplett abgeschlossen sein werden und somit in den kommenden zwei Jahren noch viel zu leisten sein wird.
Nachdem im Jahr 2005 die tödliche Vogelgrippe H5N1 bei Vögeln und Geflügel mehrmals ausgebrochen war und auch einige Menschen infiziert wurden, haben die EU-Mitgliedstaaten ihre nationalen Pläne zur Verbesserung der Vorbereitungen auf mögliche Grippewellen beim Menschen aktualisiert bzw. solche Pläne erstellt. Auch die Bemühungen, Maßnahmen auf der EU-Ebene zu koordinieren, wurden merklich verstärkt.
Dennoch benennt der Bericht verschiedene Bereiche, in denen die Vorbereitungen noch verbesserungswürdig seien, um das Vertrauen Europas darin zu stärken, dass die Vorsorgesysteme mit Epidemien umgehen können, die benötigte Infrastruktur weiter funktioniere, Dienstleistungen weiter angeboten werden können und Impfstoffe die Gesundheitssysteme innerhalb von sechs Monaten nach Ausbruch der Epidemie erreichen können.
Der Bericht fordert Verbesserungen bei der integrierten Planung in allen Regierungsstellen, bei der Umsetzung der Vorbereitungspläne auf Lokalebene und für die Koordinierung und Interoperationalität auf europäischer Ebene. Laut Bericht müssten auch die Grippeforschung verstärkt und die Vorbereitungsbemühungen im Hinblick auf jahreszeitlich bedingte Grippewellen intensiviert werden. Dies würde, so der Bericht, den Regierungen dabei helfen, besser auf Epidemien vorbereitet zu sein.
Der vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Bekämpfung von Seuchen (ECDC) vorgelegte Bericht beruht auf einer Überprüfung der Vorbereitungen in der EU-25 sowie in Island und Norwegen. Für Ende 2007 wird ein aktualisierter Bericht des ECDC zum Stand der Vorbereitungen auf Epidemien erwartet.



