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Forum gegen Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen [DE]

Veröffentlicht 11. Juni 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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alcohol
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Unternehmen und NGOs haben sich in einem neuen Forum für Alkohol und Gesundheit zu konkreten Maßnahmen verpflichtet, um Jugendliche gegen den gefährlichen Konsum von Alkohol und vor unverantwortlichen Werbeaktionen und Kaufangeboten zu schützen.

Mehr als 40 Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen haben am 7. Juni 2007 eine Charta zur Errichtung eines Europäischen Forums „Alkohol und Gesundheit“ unterzeichnet. Das Forum soll darauf abzielen, Maßnahmen zu ergreifen, welche die europäischen Bürger vor gefährlichem Alkoholkonsum schützen.

Die gemeinsame Verpflichtung der Stakeholder ist es, ein besonderes Augenmerk auf Maßnahmen zu legen, die Kinder und Jugendliche schützen, ihr Verantwortungsbewusstsein zu stärken und unverantwortliche kommerzielle Kommunikation und Kaufangebote verhindern.

Der Kommissar für Gesundheit, Markos Kyprianou, ist der Meinung, dass die Bemühungen stark sein müssten, wenn man bei dem Kampf gegen alkoholbedingte Schäden eine wahre Veränderung verzeichnen wolle. Dies schließe nicht nur die öffentlichen Tagesordnungen des Gesundheitswesens, sondern auch die Agenden aller Stakeholder ein, einschließlich der Schulen, Arbeitgeber, NGOs, Alkoholhersteller, Lieferanten, der Werbe- und Medienindustrie, lokale und nationale Behörden, der Mitgliedstaaten und der EU.

Basierend auf den fünf Kernelementen, die in der EU-Strategie von Oktober 2006 beschrieben wurden, werde das Forum „Alkohol und Gesundheit“ ein sehr wichtiger Eckpfeiler für die Umsetzung der Strategie sein, da es sich auf konkrete Maßnahmen auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene konzentrieren würde, fügte Kyprianou hinzu.

Die Charta beabsichtigt die Einsetzung einer wissenschaftlichen Fachgruppe, die auf Anfrage der Forumsmitglieder wissenschaftliche Beratung zu Fragen, die im Forum diskutiert werden, liefern wird.

Zudem wird das Forum „Alkohol und Gesundheit“ zwei Taskforces errichten: zu Marktkommunikation, um die Arbeit des Rundtischs zum Thema Werbung von 2006 fortzusetzen, sowie zu jugendspezifischen Alkoholaspekten, um die Tendenzen der Trinkgewohnheiten von Jugendlichen zu untersuchen.

Stellungnahmen: 

Der Kommissar für Gesundheit, Markos Kyprianou, verlangt viel von den Entscheidungsträgern. Er erwarte von der Alkoholindustrie, Produkte in verantwortungsvoller Weise zu entwickeln und zu verbreiten.

Er wisse, dass bereits viel unternommen wurde, es gebe jedoch noch viel Raum für weitere Maßnahmen hinsichtlich Werbung, Ausbildung von Servicekräften, Produktpräsentation und vieles mehr, so Kyprianou.

Kommissar Kyprianou werde weiterhin die aktive Teilhabe von NGOs außerhalb des Bereichs der öffentlichen Gesundheit begrüßen, nämlich derjenigen, die soziale Interessen sowie die Interessen von Jugendlichen, Familien und Verbrauchern verträten.

Die European Spirits Organisation (Europäische Organisation für Spirituosen, CEPS) betonte, dass eine Reihe künftiger Zugeständnisse zur Eigenverantwortung in der Charta der CEPS zu verantwortlichem Alkoholkonsum dargelegt seien. Die Charta wurde 2005 angenommen und muss bis 2010 umgesetzt werden. Die CEPS-Charta verpflichte zur Förderung eines verantwortlichen Alkoholkonsums, der sich für einen ‚zielgerichteten Ansatz’ gegen Alkoholmissbrauch ausspreche und einen wichtigen Präzedenzfall innerhalb der Alkoholindustrie auf europäischer Ebene schaffe. Dies schließe die Bereitschaft, jährlich über die gemachten Fortschritte zu berichten und dies unabhängig überprüfen zu lassen, ein, so eine Pressemitteilung von CEPS.

Mit der Unterstützung der Europäischen Kommission und in Zusammenarbeit mit anderen Entscheidungsträgern wolle die Association of Television and Radio Sales Houses (egta) ihre Bemühungen verstärken, sicherzustellen, dass Selbstregulierung in ganz Europa wirklich effektiv werde und dass sie das Thema des exzessiven Alkoholmissbrauchs richtig angehe, sagte der Generalsekretär von egta, Michel Grégoire. Egta ist ein Handelsverband für Werbeanzeigen in Fernsehen und Radio, der den Werberaum sowohl in privaten als auch öffentlichen TV- und Radiosendern in ganz Europa kommerzialisiert.

Die European Alcohol Policy Alliance (Eurocare) zeigt sich besonders erfreut über die Errichtung der wissenschaftlichen Fachgruppe, um so sicherzustellen, dass die Verpflichtungen der Industrie auf Beweisen basierten und relevant seien.

Am wichtigsten und erfreulichsten sei die eindeutige Trennung zwischen dem Forum als eine Plattform für Maßnahmen und des Committee on National Policy and Action (Ausschuss für nationale Politik und Maßnahmen) als eines für politische Diskussionen zwischen Mitgliedstaaten. Man glaube, Politiken der öffentlichen Gesundheit zu Alkohol sollten ohne die Einwirkung kommerzieller Interessen formuliert werden, sagte Andrew McNeill von Eurocare.

Nächste Schritte: 
  • Das Europäische Forum „Alkohol und Gesundheit“ wird sich zweimal jährlich treffen.
  • Es wird ein ‚Offenes Forum’ einmal pro Jahr einberufen werden, um Einrichtungen und Organisationen aus der EU und von außerhalb, die nicht Mitglied im Forum sind, eine Möglichkeit zu bieten, die Arbeit des Forums zu verfolgen und ihre Meinungen bekannt zu machen.
Hintergrund : 

Laut Kommissionsangaben beliefen sich die gesamten realen Kosten, die durch Alkohol verursacht werden, im Jahr 2003 in der EU auf 1,3% des BIP, was den Kosten für Tabak entspricht. Die Zahlen schließen alkoholbedingte gesundheitliche Schäden, fehlende Produktivität durch Arbeitsausfälle, Arbeitslosigkeit und verlorenen Arbeitsjahre durch frühzeitigen Tod ein.

Jugendliche tragen einen unproportionalen Betrag dieser Kosten: Mehr als 10% der Todesfälle junger Frauen und 25% der Todesfälle junger Männer seien das Ergebnis schädlichen Alkoholkonsums, erklärte ein Bericht der Kommission. 

Eine Mitteilung über „Eine EU-Strategie zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verringerung alkoholbedingter Schäden” - gesundheitlicher oder sozialer Schäden - wurde von der Kommission im Oktober 2006 angenommen. Das Dokument legt fünf Prioritäten zum Kampf gegen Alkoholmissbrauch fest:

  • Schutz von Jugendlichen und Kindern;
  • Senkung der Zahl alkoholbedingter Straßenverkehrsunfälle;
  • Reduzierung der negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft;
  • Bewusstseinsbildung in Bezug auf die gesundheitsschädigenden Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs, und;
  • Sammlung und Verbreitung von vertrauenswürdigen Daten.

Die Mitteilung beabsichtigt weiterhin die Schaffung eines Forums "Alkohol und Gesundheit" auf EU-Ebene.

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