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Stellenangebot registrierenAngesichts der fortschreitenden Bevölkerungsalterung ist der Gesundheitszustand der Bürger im erwerbstätigen Alter ein zunehmend entscheidender Faktor für nachhaltige Produktivität und Wirtschaftswachstum – und damit für das Erreichen der Ziele der Lissabon-Strategie der EU. Die Tatsache, dass die Menschen ihre Produktivität nur steigern können, wenn sie auch physisch und mental gesund sind, ist bislang jedoch weitgehend vernachlässigt worden. Die Politiker betrachten Gesundheitsausgaben größtenteils noch immer als einen Kostenfaktor statt eine Investition in Humankapital.
Der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Wirtschaft wurde bereits in mehreren Studien eingehend untersucht. Aus ihnen ging unter anderem hervor, dass beispielsweise die Gesundheitsausgaben (16 – 27 %) einen vergleichsweise größeren Beitrag zu den Wachstumsraten liefern als die Ausgaben für das Bildungssystem (3 %) (Beraldo, Montolio und Turati) und dass sich Regierungen daher nicht vorrangig auf wachstums- sondern auf gesundheitsfördernde Maßnahmen konzentrieren sollten (Garland L. Brinkley).
In der Lissabon-Strategie (2000) kommen die Staats- und Regierungschefs der EU zu dem Schluss, dass die Gesundheit einen wesentlichen Beitrag zu Produktivität, Erhöhung der Erwerbsbeteiligung der erwerbstätigen Bevölkerung und Wirtschaftswachstum leisten kann und dass Maßnahmen und Ausgaben zur Vorbeugung von Krankheiten notwendig sind, um sowohl die gesundheitliche als auch wirtschaftliche Verfassung der Gesellschaft zu verbessern.
Ein 2004 durchgeführter Reflexionsprozess
über die zukünftige Gesundheitspolitik der EU ergab, dass sie in den kommenden Jahren insbesondere der Bedeutung der Gesundheit als Motor des Wirtschaftswachstums Rechnung tragen sollte. Durch diesen Prozess wurde ebenfalls deutlich, dass Synergien zwischen verschiedenen politischen Maßnahmen ausgebaut werden und dass Gesundheitsfragen bei allen politischen Maßnahmen berücksichtigt werden sollten.
In dem Vorschlag
der Kommission für eine Gesundheits- und Verbraucherstrategie (2007 – 2013) heißt es, dass eine schlechte gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung nicht nur die Kosten in die Höhe treibt und somit eine Belastung für die Wirtschaft darstellt, sondern auch dass eine bessere gesundheitliche Verfassung zur Produktivität Europas, Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung sowie zu nachhaltigem Wachstum beiträgt.
Bekannt ist, dass in Entwicklungsländern ein klarer Zusammenhang zwischen der gesundheitlichen Verfassung der Bevölkerung und wirtschaftlicher Entwicklung besteht. Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Kommission hat im August 2005 eine Studie mit dem Titel „
The contribution of health to the economy in the European Union
“ veröffentlicht, in der sie feststellt, dass es eine ähnliche Verbindung zwischen Gesundheit und Wirtschaftswachstum in wohlhabenden Ländern , wie beispielsweise der EU, gibt.
Die Hauptaussage dieser Studie lautet, dass sich eine bessere Gesundheit auf verschiedene wirtschaftliche Ergebnisse positiv auswirken kann und dass sie nicht nur ein Nebenprodukt des wirtschaftlichen Fortschritts ist. Diese Argumentation liefert politischen Entscheidungsträgern ein schlagkräftiges Argument für die Aufstockung der Gesundheitsausgaben..
Einfluss der Gesundheit auf folgende wirtschaftliche Faktoren:
Mögliche Lösungsansätze:
Pfizer ist der Ansicht, dass die Gesundheitssysteme durch den effektiveren Einsatz neuartiger Medikamente, welche die Krankheitsziffer senken und teure Krankenhausaufenthalte verringern, eine bessere Kapitalrendite erwirtschaften könnte. Pfizer betont ebenfalls die Bedeutung der Erforschung verbreiteter Krankheiten wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und psychische Krankheiten.
GlaxoSmithKline (GSK), ebenfalls ein pharmazeutisches Unternehmen, betont die Schlüsselrolle der Pharmaindustrie als Partner von Regierungen, Ärzten und Patienten bei der Aufgabe, die Gesundheit der Menschen zu verbessern. GSK verweist des Weiteren auf den potenziellen Beitrag, welchen die Forschung, Innovation und die Nutzung führender neuer Technologien bei klinischen Behandlungen leisten könnte. Das Unternehmen geht davon aus, dass die zukünftig Herausforderung aller Regierungen vor allem darin bestehen wird, einen Ausgleich zwischen der Honorierung von Innovation, Kostenmanagement und einer schnellen und optimalen Behandlung von Patienten zu finden.
Die Europäische Föderation der Verbände der Pharmazeutischen Industrie (EFPIA) vertritt die Ansicht, dass die nationalen Regierungen Vorschlägen zur Verbesserung der regionalen Gesundheitssysteme eine größere Beachtung schenken sollten, die auf strukturelle Reformen bei der Finanzierung und den Leistungen abzielen sowie auf höhere Investitionen in einige Bereiche. Des Weiteren fordert sie von der Kommission, an EU-Projekten beteiligten Personen, die auf regionaler Ebene in der Gesundheitspflege leitend tätig sind, Leitlinien, Koordinierungshilfe und Fachwissen zur Verfügung zu stellen.
Im Allgemeinen hebt EFPIA die bedeutende Funktion der Pharmaindustrie hervor, welche durch die Entwicklung lebensrettender und -verlängernder Medikamente dabei hilft, den Erwartungen der Patienten gerecht zu werden.
Die European Generic Medicines Association (EGA) argumentiert, dass die zukünftigen Gesundheitskosten, welche aufgrund des demographischen Wandels voraussichtlich dramatisch steigen werden, durch eine zunehmende Verschreibung von Generika eingedämmt werden könnten. Die Preise für Generika liegen laut der EGA im allgemeinen 20 % bis 80 % unterhalb der Preise für Markenprodukte.
Das Europäisches Bündnis für öffentliche Gesundheit (EAOG) ist der Ansicht, dass die Forderung der Kommission nach Mehrausgaben für die Gesundheit nicht als stärkere Investition in die Gesundheitssysteme oder die Pharmaindustrie interpretiert werden dürfe. Stattdessen sollten die verfügbaren Mittel verstärkt für Prävention und Aufklärung ausgegeben werden. Im EU-Finanzrahmen 2007 – 2013 wrd der Zusammenhang, der zwischen einer gesunden Bevölkerung und einer gesunden Wirtschaft besteht, außer Acht gelassen.
Die European Union of Private Hospitals (UEHP), welche die Privatkliniken vertritt, betont die Bedeutung des Privatsektors bei der Kürzung der Wartelisten der Krankenhäuser in vielen europäischen Ländern.
Der Ständige Ausschuss Europäischer Ärzte (CPME) ist der Ansicht, dass eine Stärkung der Rolle der Generaldirektion der Kommission im Bereich des Gesundheits- und Verbraucherschutzes (SANCO) notwendig ist, um sicher zu stellen, dass den Gesundheitsfragen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Des Weiteren sollten der Generaldirektion SANCO mehr Rechte und Pflichten zugestanden werden, welche es ihr ermöglich alle politischen Maßnehmen, die die Gesundheit betreffen, zu beeinflussen.
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