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Interview: ‚enorme Gesundheitsunterschiede in der EU’ [DE]

Veröffentlicht 25. Oktober 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Ein Projekt zur Untersuchung der gesundheitlichen Unterschiede zwischen ost- und westeuropäischen EU-Mitgliedstaaten, kommt zu dem Ergebnis, dass die Hauptgründe für eine Divergenz bei der vorzeitigen Sterberate und bei schlechter Gesundheit mit dem Lebensstil zusammenhingen. 

Zwischen ost- und westeuropäischen Ländern existierten große Gesundheitsunterschiede, sagte Professor Witold A. Zatoński, womit er die Ergebnisse eines EU-geförderten Projektes zur Studie von Gesundheitsunterschieden zwischen den Staaten der EU-15 und den zehn neuen osteuropäischen Mitgliedstaaten zusammenfasste.

Diese Kluft sei von einer viel höheren Sterberate aufgrund von kardiovaskulären Krankheiten in osteuropäischen Ländern geprägt. Dies stehe wiederum sehr stark in Beziehung zu dem Zugang zu entsprechenden medizinischen Dienstleistungen aber ebenso Faktoren wie dem Lebensstil. Rauchen, Ernährung und Alkohol schienen die wesentlichen Faktoren im Hinblick auf die zurückgehende Sterblichkeit durch kardiovaskuläre Krankheiten zu sein, sagte Zatoński.

Gemäß den Ergebnissen des ‚Closing the Gap’-Projekts, das am 23. Oktober 2007 veröffentlicht wurde, lassen sich die zehn osteuropäischen Mitgliedstaaten in drei verschiedene Gruppen einteilen: die EU-5 mit der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, Slowenien und der Slowakei, die EU-3 mit den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen und schließlich die EU-2, zu der Bulgarien und Rumänien gehören.

Das Projekt ergab, dass die vorzeitige Sterblichkeit bei Erwachsenen in all diesen Ländern zwischen 1960 und 1990 zugenommen hatte. Anschließend ist diese Rate in den EU-5-Ländern stark zurückgegangen. Dies ist größtenteils auf eine beträchtliche Abnahme von kardiovaskulären Krankheiten zurückzuführen. In den baltischen Ländern, sowie in Bulgarien und Rumänien, ist es jedoch zu einer Stagnation bzw. zu einem Anstieg dieser Krankheiten gekommen.

Die Abnahme von kardiovaskulären Krankheiten in den EU-5-Ländern sei auf den Rückgang des Verbrauchs von tierischen Fetten zurückzuführen, wie erörtert wird. Nach 1990 seien staatliche Zuschüsse für Tierprodukte weggefallen und Gemüse sei relativ günstig geworden. Es habe also eine große Veränderung des Verbrauchs von Fett gegeben, als Pflanzenfett, und insbesondere Rapsöl, Butter ersetzte, sagte Zatoński.

Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass tödliche Unfälle immer noch etwa die Hälfte der vorzeitigen Sterblichkeit männlicher Erwachsener in den baltischen Ländern ausmachen, während der Anteil in den anderen Mitgliedstaaten etwas zurückgegangen ist. Tödliche Unfälle erfolgen zumeist durch exzessiven Alkoholkonsum, wie aus den Ergebnissen des Projekts hervorgeht. 

In Bezug auf Alkohol verweisen die Projektpartner auch auf eine hohe Belastung durch alkoholbedingte Krankheiten, wie Krebs und Leberzirrhose, besonders in Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Slowenien. Schaden entstehe hauptsächlich durch die Trinkgewohnheiten (‚Kampftrinken’) und die Qualität des konsumierten Alkohols (oft selbstgebrannt oder Produkte, die nicht für den Verbrauch bestimmt sind).  

Während Tabak die maßgebliche Ursache für vorzeitige Sterblichkeit überall in der EU bleibt, zeichnet sich im Osten eine positive Entwicklung ab, da die Anzahl von Rauchern sinkt.  

Auf die Frage was man tun könne, um den Lebenswandel der Menschen zu ändern, sagte Zatoński man könne sich an positiven Beispielen im Westen orientieren. In Finnland habe es beispielsweise einmal sehr ähnliche Ernährungsgewohnheiten, wie es in östlichen Ländern der Fall ist, und eine hohe Sterberate aufgrund von kardiovaskulären Krankheiten gegeben. Das Land sei aber in der Lage gewesen, dies zu ändern. Es habe viel Geld gekostet und viel Arbeit sei nötig gewesen, aber man habe etwas verändert. Die Umstellungen hätten mit Wissen, Einstellung und geändertem Verhalten  zu tun gehabt. Dies könne nur durch sehr enge Kooperation zwischen der Regierung und der Bevölkerung erreicht werden.

Um das vollständige  Interview mit Professor Witold A. Zatonski zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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