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Stellenangebot registrierenHaushalte mit geringen Einkommen kauften vermehrt billige, abgepackte und fettige Lebensmittel, warnt Jaap C. Seidel, Professor für Ernährung und Gesundheit. Seiner Meining nach sollten landwirtschaftliche Subventionen umgeleitet werden, um Obst und Gemüse erschwinglicher zu machen.
Eine Konferenz
zum Thema ‚Fettleibigkeit durch Änderung der Motivation und des Verhaltens bekämpfen’ am 29. November 2007 hat eine Sitzung der Diskussion über den Aspekt des gesunden Lebensstils und der Verbraucherumwelt gewidmet. Der Einfluss des sozioökonomischen Status auf Präventionsprogamme gegen Fettleibigkeit und die Frage, ob ‚gesundes Essen’ teuer sei, wurden erörtert.
Der Professor für Gesundheit und Ernährung, Jaap C. Seidel, sagte in einem Interview mit EurActiv.com, „in unseren wohlhabenden Gesellschaften werden niedrige Einkommen tatsächlich zu einer schlechten Nahrungswahl führen“. „Dies hängt teilweise mit den Preisen für ungesunde Lebensmittel zusammen. Diese sind oft viel niedriger als die Preise gesünderer Nahrungsmittel wie Obst oder Gemüse, Vollkornmüslis sowie fettarmem Fleisch und Fisch. Oft sind dies sehr teure Produkte. Er erklärte, dass billige Produkten oft die mit Zusatzölen, -fetten, -zucker und -salz seien, und somit einen niedrigeren Nährwertgehalt hätten.
Trotz eines optimalen Wissens beim Thema Ernährung sei die Wahl einer gesunden Ernährungsweise schwierig, wenn das Einkommen niedrig sei, stimmte Nicole Darmon vom französischen Nationalen Forschungsinstitut für Gesundheit und Medizin (INSERM) zu. Sie schloss ihre Präsentation mit der Frage ‚Ist gesundes Essen so teuer?’.
Darmon hat Ernährungsumfragen in anfälligen Bevölkerungsschichten durchgeführt, um die Wirtschaftlichkeit und die Kosten ernährungsbezogener Empfehlungen zu untersuchen. Sie erklärte, dass die Kosten der Nahrungsaufnahme in positiver Weise mit der Nahrungsqualität zusammenhingen. Je teurer eine Lebensmittelgruppe sei, desto kleiner sei deren Energieintensität und desto höher deren Nährstoffintensität – und umgekehrt. Sie sagte, die Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen schienen letztere Möglichkeit zu bevorzugen: billige Lebensmittel mit einem hohen Beitrag zur Energieaufnahme und schlechten Nährwertgehalten. Ihrer Meinung nach seien Obst und Gemüse am teuersten und Lebensmittel mit Zusatzfetten die billigste Lebensmittelgruppe.
Darmon betonte, dass Müslis und Stärke eine Ausnahme dieser Regel darstellten. Sie stellten die Grundlage der Lebensmittel und der Ernährung von Gruppen mit niedrigem sozioökonomischem Status weltweit. Auf die Frage, wie sich dies ändern werde, wenn die Lebensmittelpreise weiter stiegen, entgegnete Professor Seidel: „Biokraftstoffe werden die Aufnahme gesunder Lebensmittel der Armen der Welt ausgleichen.“ Er fügte hinzu, später „werden Grundnahrungsmittel, die gesunde Lebensweisen hervorrufen, viel teurer werden. Sie werden durch abgepackte Lebensmittel ersetzt werden, die normalerweise voll von Zusatzzucker, -fetten und -salz sind“.
„Diese Produkte werden verkauft, teilweise weil viele der abgepackten, zusätzlich gesalzenen und fettigen Lebensmittel von den EU-Agrarministern und anderen, sowie von den Unternehmen, die Geld mit verarbeiteten Lebensmitteln verdienen, stark subventioniert würden“, so Seidel. „Es ist aufgrund der Begleitkosten, die durch Transport und Aufbewahrung entstehen, sehr schwierig, mit frischen Lebensmitteln Geld zu verdienen. Man kann entweder die Steuern auf ungesunde Lebensmittel erhöhen, um sie teurer zu machen, oder die Kosten für gesunde Lebensmittel, wie Subventionen für Obst und Gemüse, senken.“
Um das vollständige Interview mit C. Seidel zu lesen, klicken Sie bitte hier.