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Interview: Industrie hat eigene Agenda für E-Health [DE]

Veröffentlicht 11. Februar 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Daniel Mart vom europäischen Ärztebund ist der Meinung, Ärzte fühlten sich von der E-Health-Politik der EU ausgeschlossen. Die Vereinigung ist der Ansicht, dass der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen E-Health-Sektors Priorität gegenüber dem Nutzen für Patienten und dem Funktionieren der Gesundheitssysteme eingeräumt worden sei.

„Am Anfang war E-Health sicher nicht von der Idee geleitet, das Gesundheitswesen oder die Beziehungen zwischen Ärzten und Patienten zu verbessern. Vielmehr ging es darum, den Gesundheitssektor zu rationalisieren, um ihn effektiver und produktiver zu machen. Auch die Illusion, das Gesundheitswesen kostengünstiger zu gestalten, habe eine Rolle gespielt“, so Dr. Daniel Mart vom Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte (CPME).

„Wir haben den Eindruck, dass die Branche zu viel Einfluss hat und ihre eigene Agenda verfolgt“, sagte Mart. Er fügte hinzu, erst jüngst hätten die Menschen Belegen dafür gefordert, inwieweit E-Health tatsächlich die Qualität der Gesundheitsdienste verbessere, Krankheitsfälle vermindere und ob folglich Menschen besser und länger lebten. „Das Problem ist, dass wir zuerst etwas einführen und anschließend schauen, ob es sich wirklich lohnt“, sagte Dr. Mart.

Laut Dr. Mart sind die Ärzte weiterhin der Ansicht, dass sie aus dem Entwicklungsprozess des E-Health-Sektors ausgeschlossen würden. Sie forderten, dass ihre Meinung gehört werde. „Es wäre toll, wenn man in Krankenhäusern Ideen sammeln würde, um die Krankenhäuser einzubeziehen. Wir wollen nicht, dass uns eine Technologie verkauft wird, die nur in einem anderen Rahmen funktioniert und nicht unseren Bedürfnissen gerecht wird.“

Er wies darauf hin, dass der Medizinsektor nicht mit den meisten anderen elektronischen Anwendungen oder Technologien zu vergleichen sei. Er betonte, es handele sich hierbei um eine sehr sensible Angelegenheit, mit spezifischen Bedürfnissen im Hinblick auf Datenschutz und Vertraulichkeit bei der Übermittlung von Daten. „Unsere Bedürfnisse in dieser Hinsicht sind viel größer als beispielsweise die des Finanzsektors. Die Kontrolle des Datenzugangs sollte oberste Priorität haben und sollte in der Hand des Patienten liegen.“

„Wir wollen nicht in einer Situation enden, in der nur die Technologie selbst finanziert wird, jedoch nicht Vertrauenswürdigkeit, Sicherheit, Verfügbarkeit und Schutz von Daten“, so Dr. Mart.

Weiterhin betonen die Ärzte, dass die Beziehung zwischen ihnen und den Patienten erhalten werden müsse. Außerdem seien eine Strategie und eine gewisse Planung notwendig. Strategische Planung der organisatorischen Struktur des Gesundheitswesens sollte, so Dr. Mart, mit dem Berufstand diskutiert werden – in erster Linie um die Vorteile darzulegen. Die Vorteile müssen weiterhin analysiert und bewertet werden. Die Ergebnisse müssen dann wieder in das System eingespeist werden, „um frühzeitig zu erkennen, ob es wert ist, in diese Richtung zu investieren oder nicht“.

„Wir haben nicht ausreichend Bewertungsmechanismen und zu wenig Rückmeldungen, um feststellen zu können, ob dies noch jemand anderem nutzt als der europäischen IKT-Industrie. Dies ist kein ausreichendes Argument, um uns tiefer mit diesem Thema auseinanderzusetzen.“

Um das vollständige Interview mit Dr. Mart zu lesen, klicken Sie bitte hier.

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