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2. Dezember 2009
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Kommission bekämpft „inakzeptable“ Ungleichheit im Gesundheitssektor [DE][en][fr

Erschienen: Montag 16. Februar 2009   

Die europäische Kommission will vor Ende des Jahres ein Dossier herausgeben, das die wachsende Ungleichheit im Gesundheitssektor in den EU-Mitgliedstaaten ansprechen wird.

Hintergrund:

Obwohl die durchschnittliche Lebenserwartung und allgemeine Gesundheit über die letzten 60 Jahre zugenommen haben, ist die Ungleichheit beim Zugang  zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung  gewachsen.

In den EU-Mitgliedsstaaten haben Bürger niedriger sozioökonomischer Gruppen bedeutend niedrigere Lebenserwartungen und eine schlechtere allgemeine Gesundheit. Große Unterschiede gibt es auch beim Vergleich einzelner Staaten, wobei neuere Mitgliedsstaaten weniger entwickelte Gesundheitssysteme haben. Außerdem variiert der Zugang zu modernen Medizin- und gesundheitlichen Informationstechnologien zwischen den Staaten der Union sehr stark.

Im März 2006, wurde eine EU-Expertengruppe zu sozialen Determinanten und gesundheitlichen Ungleichheiten gegründet. Die europäische Kommission unterstützte das „Projekt zur Lückenschließung“, welches den Schluss zog, dass eine „radikale Stärkung der Richtlinien und Infrastrukturen“ benötigt werde.

Ein Weißbuch über die EU-Gesundheitsstrategie, das im Oktober 2007 verabschiedet wurde, betonte die Notwendigkeit Ungleichheiten zu bekämpfen. Im Juni 2008 rief der Europarat nach größeren Anstrengungen, um die Lücke bei entscheidenden Gesundheitsindikatoren zwischen und innerhalb der Mitgliedsstaaten zu schließen.

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Weitere Nachrichten:

Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher, sowie die Generaldirektion Beschäftigung arbeiten momentan an dem Konzept, in dem Gesundheit am Arbeitsplatz höchstwahrscheinlich eine Rolle spielen wird.

Bei einem Treffen in Brüssel, das vom European Policy Centre ausgerichtet worden war, sagte die EU-Kommissarin für Gesundheit Androulla Vassiliou, die unterschiedlichen Niveaus der gesundheitlichen Versorgung in Europa seien „inakzeptabel“.

Sie wolle, dass es den EU-Bürgern gesundheitlich gut gehe und jeder Mensch Zugang zu einer gesundheitlichen Versorgung auf hohem Niveau habe, egal wo man lebe, welchen Beruf man ausübe und wie viel man verdiene. Leider sehe die Realität zurzeit ganz anders aus, sagte Vassiliou.

Sie wies auf große Diskrepanzen zwischen verschiedenen Ländern und sozialen Gruppen hin. So betrage die Differenz der Gesamtzahl an gesunden Lebensjahren, die ein Mensch habe, in der EU insgesamt 18 Jahre.

Die fünf Milliarden Euro, die ärmeren Regionen durch Strukturfonds zur Verbesserung der Situation bereitgestellt wurden, seien lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eine Bevölkerung die bei guter Gesundheit sei, bedeute eine starke, produktive Arbeiterschaft, die weniger Krankheitstage im Jahr habe, weniger medizinische Unterstützung benötige und die im Alter länger arbeiten könne, sagte die Kommissarin.

Ein Sprecher von Vassiliou sagte, Wirtschaftspartner würden angesprochen, zu Rate gezogen und um Unterstützung gebeten.

Die Statisken:

  • Den neuesten Statistiken von Eurostat zufolge beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den EU-Ländern acht Jahre für Frauen (Bulgarien 76,3 Jahre; Frankreich 84,4 Jahre) und 13 Jahre für Männer (Lettland 65,4 Jahre; Schweden 78,8 Jahre)
  • Es gibt Anhaltspunkte, dass sich die Sterblichkeit bei vielen Mitgliedstaaten (sowohl alte als auch neue) in den letzten Jahrzehnten weiter auseinander bewegt hat
  • In Rumänien werden 23-mal mehr Fälle von Tuberkulose verzeichnet als in Schweden (pro 100.000 Einwohner)
  • In Litauen sterben 12-mal mehr Menschen an Herzkrankheiten als in Frankreich
  • In Ungarn gibt es fünf-mal mehr Fälle von Lungenkrebs als in Schweden

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Genon Jensen, Executive Director, Health and Environment Alliance
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