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Mangelernährung erregt Aufmerksamkeit der Kommission [DE]

Veröffentlicht 28. November 2007 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Zur Zeit steht der Kampf gegen Fettleibigkeit im Fokus der politischen Aufmerksamkeit. Die Kommission hat damit begonnen, sich einer anderen Form unzulänglicher Ernährung zuzuwenden, Mangelernährung, die besonders im Hinblick auf alternde Gesellschaften bekämpft werden muss.

Am 23. November 2007 sagte Robert Madelin, der Generaldirektor der Kommission für Gesundheitswesen, im Rahmen eines Forums zur Ernährung in Pflegeheimen, dass die Kosten von Unterernährung durchaus mit denen von Übergewichtigkeit vergleichbar seien.

Die Konferenz wurde von Experten und Politikern besucht, die die Gründe von Fehlernährung diskutierten. Sie kritisierten den Mangel an medizinischem und politischem Interesse an diesem Problem und suchten nach konkreten Lösungen.

Unterernährung ist allgemein als medizinischer Zustand definiert, der durch inadäquate oder unzureichende Ernährung herbeigeführt wird und zu erheblichen gesundheitlichen Nebenwirkungen führen kann. In wohlhabenden Gesellschaften sind es vor allem ältere Menschen, die an Mineral- und Nährstoffmangel leiden.

Die Organisatoren der Konferenz schätzen, dass 40-80% der älteren Bewohner von Pflegeeinrichtungen Gefahr liefen fehlerhaft ernährt zu sein, selbst wenn hochwertige Nahrung erhältlich sei. Sie sehen den Grund hierfür in der mangelhaften Bewegung, in der Abhängigkeit von Anderen, in physischer und mentaler Regression sowie in finanzieller Eingeschränktheit. Solch fehlerhafte Ernährung kann sogar zu verfrühtem Tod führen, da das Risiko von Komplikationen steigen kann und eine Verschlechterung der allgemeinen physischen und mentalen Situation des Betroffenen zu erwarten ist.

Madelin betonte, dass Mangelernährung von der Gesellschaft bekämpft werden müsse, und sprach von einer sozialen Kultur, welche jeglichen Respekt vor Nahrung verloren habe. Als ersten Schritt schlug er vor, das Wissen über die Gründe von fehlerhafter Ernährung zu verbessern.

Er betonte weiterhin, dass all jene, die im Bereich der Ernährung oder verwandter Disziplinen arbeiteten, gemeinsam Strategien entwickeln sollten. Durch den Austausch von EU-weit entwickelten, erfolgreichen Maßnahmen, könne die Ernährung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und der Gemeinschaft optimiert werden.  

Die Gesundheitsstrategie der EU 2008 bis 2013 nannte gesundes Altern und gesunde Lebensjahre als wichtige Faktoren, um die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen zu gewährleisten. Die steigenden Kosten des Gesundheitswesens und der Sozialversicherungen der alternden Gesellschaft sind momentan stark belastende Faktoren (siehe EurActiv vom 25. Oktober 2007).

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