EurActiv Logo
EU-Nachrichten & Politikdebatten
- durch Sprachenvielfalt -
Bulgaria News
Turkey News
Germany News
Spain News
France News
United Kingdom News
Poland News
Czech Republic News
Slovakia News
Hungary News
Romania News
Serbia News
Greece News
Italy News
Bulgaria Turkey Germany Spain France United Kingdom Poland Czech Republic Slovakia Hungary Romania Serbia Greece Italy
EurActiv.com Réseau

ALLE SEKTIONEN BROWSEN

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Auf Grund des großen Erfolgs von EurActiv Deutschland findet die komplette deutschsprachige EU-Berichterstattung des EurActiv-Netzwerkes nun über Euractiv.de statt.

Die deutschsprachige Fassung von EurActiv.com wird nicht mehr aktualisiert, alle bisherigen übersetzten Texte bleiben aber im Archiv für Sie verfügbar.

Wir freuen uns, Sie künftig auf EurActiv.de begrüßen zu dürfen!

"Unterernährung kostet mehr als Fettleibigkeit" [DE]

Veröffentlicht 24. November 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
Druckoptimierte VersionEinem Freund senden

Die derzeitige Politik har ihr Augenmerk auf Fettleibigkeit und auf die Reduzierung des Verzehrs von Fett, Zucker und Salz gerichtet. Dabei wird Unterernährung oft vergessen oder unterschätzt. Experten warnen jedoch davor, dass Unterernährung bei alten Menschen die EU mehr kostet als Fettleibigkeit.

Bei der Konferenz „Von Unterernährung zu guter Ernährung“, die am 22. November 2006 stattfand, haben Stakeholder aus ganz Europa über Möglichkeiten diskutiert, Unterernährung auf die Tagesordnung der EU zu setzen. Die Teilnehmer sprachen über Maßnahmen, die das Bewusstsein und die Anerkennung für dieses Problem stärken könnten, vor allem in Altenheimen und Krankenhäusern.

Es sei unanfechtbar, dass auf nationalstaatlicher Ebene etwas gesehen müsse, sagte Frank de Man, Generalsekretär der European Nutrition for Health Alliance (ENHA). Die Kommission könne zur Bewusstseinsteigerung auf EU-Ebene beitragen, so de Man.

Eine britische Studie über die Kosten für Unterernährung schätzt, dass Unterernährung Großbritannien jährlich 10,5 Mrd. Euro kostet. Wenn diese Zahlen auf die ganze EU übertragen würden, beliefen sich die Gesamtkosten auf jährlich 60 Mrd. Euro, so Jean-Pierre Baeyens, Vorsitzender von ENHA. Die Kosten werden von häufigeren und längeren Krankenhausaufenthalten verursacht. Gesundheitskosten könnten um 20% reduziert werden, wenn in der EU das Problem der Unterernährung gelöst würde, fügte Baeyens hinzu, der Gesundheitskommissar Kyprianou aufforderte, ein Grünbuch über Unterernährung vorzulegen, um das Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Zu den konkret vorgeschlagenen Maßnahmen gehört, die Patienten zu wiegen, wenn sie in Krankenhäuser und Altenheime eingeliefert werden und den Vorgang danach regelmäßig zu wiederholen, um das Gewicht zu überwachen. Eine weitere Maßnahme wäre es, angemessene Informationen über Ernährung in den Unterricht für Berufe im Gesundheits- und Sozialsektor einzugliedern.

Stellungnahmen: 

Der Expertenausschuss des Europäischen Rats über Ernährung, Lebensmittelsicherheit und Gesundheit der Verbraucher betont, dass es in allen europäischen Staaten eine Tatsache sei, dass krankheitsbedingte Unterernährung in Krankenhäusern zunehme (20-50%). Dies resultiere in verlängerten Krankenhausaufenthalten, medizinischen Komplikationen, verstärkten Leidensdruck und höheren Kosten.

Die Europäische Plattform für ältere Menschen (AGE) äußerte sich enttäuscht darüber, dass die Mitteilung der Kommission über die Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung nur Fettleibigkeit als Ernährungsproblem wahrnimmt und Unterernährung aufgrund von mangelhafter Ernährung als Problem vernachlässigt. Das Grünbuch befasst sich nicht mit wichtigen Problemstellungen wie fehlende Spurenelemente und Mineralien, die notwendig sind um elementare Bedürfnisse des Menschen zu decken.

AGE forderte die Kommission auf, Maßnahmen zu ergreifen und Ernährungs- und Bewegungsprogramme einzuleiten, die nicht nur auf Kinder, sondern auch auf ältere Menschen ausgerichtet sind und die Vorteile solcher Maßnahmen (kurz- und langfristig) zu messen.

Nächste Schritte: 
Hintergrund : 

Unterernährung ist ein medizinischer Begriff, der unausgewogene oder mangelhafte Ernährung beschreibt (Unausgewogenheit von Energie, Proteine und anderen Nährstoffen), die negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. In reichen Gesellschaften sind Unterernährung und Mineralien- und Nährstoffmangel vor allem ein Problem, das ältere Menschen betrifft.

Das Problem der Unterernährung wurde das erste Mal während der niederländischen Ratspräsidentschaft im September 2004 auf EU-Ebene diskutiert. Im Rahmen der britischen Präsidentschaft im September 2005 fand eine Folgekonferenz zum Thema statt.

Das Grünbuch der Kommission über gesunde Ernährung und körperliche Bewegung und die EU-Plattform für Ernährung, Bewegung und Gesundheit befassen sich nicht mit der Unterernährung. Es gibt jedoch mehrere EU-finanzierte Forschungsprojekte im Bereich Ernährung und Gesundheit im Alter, die der Frage der Unterernährung bei alten Menschen nachgehen.

2003 hat der Europäische Rat eine Erklärung über Lebensmittel und Ernährungsgewohnheiten in Krankenhäusern abgegeben.

 

More in this section

Advertising