Bei der Konferenz „Von Unterernährung zu guter Ernährung“, die am 22. November 2006 stattfand, haben Stakeholder aus ganz Europa über Möglichkeiten diskutiert, Unterernährung auf die Tagesordnung der EU zu setzen. Die Teilnehmer sprachen über Maßnahmen, die das Bewusstsein und die Anerkennung für dieses Problem stärken könnten, vor allem in Altenheimen und Krankenhäusern.
Es sei unanfechtbar, dass auf nationalstaatlicher Ebene etwas gesehen müsse, sagte Frank de Man, Generalsekretär der European Nutrition for Health Alliance (ENHA). Die Kommission könne zur Bewusstseinsteigerung auf EU-Ebene beitragen, so de Man.
Eine britische Studie über die Kosten für Unterernährung schätzt, dass Unterernährung Großbritannien jährlich 10,5 Mrd. Euro kostet. Wenn diese Zahlen auf die ganze EU übertragen würden, beliefen sich die Gesamtkosten auf jährlich 60 Mrd. Euro, so Jean-Pierre Baeyens, Vorsitzender von ENHA. Die Kosten werden von häufigeren und längeren Krankenhausaufenthalten verursacht. Gesundheitskosten könnten um 20% reduziert werden, wenn in der EU das Problem der Unterernährung gelöst würde, fügte Baeyens hinzu, der Gesundheitskommissar Kyprianou aufforderte, ein Grünbuch über Unterernährung vorzulegen, um das Thema auf die Tagesordnung zu setzen.
Zu den konkret vorgeschlagenen Maßnahmen gehört, die Patienten zu wiegen, wenn sie in Krankenhäuser und Altenheime eingeliefert werden und den Vorgang danach regelmäßig zu wiederholen, um das Gewicht zu überwachen. Eine weitere Maßnahme wäre es, angemessene Informationen über Ernährung in den Unterricht für Berufe im Gesundheits- und Sozialsektor einzugliedern.



