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24. November 2009
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Verbraucherpolitik: Industrie hat größeren Einfluss erlangt, so BEUC-Vorsitzender[en][fr

Erschienen: Dienstag 8. Februar 2005   

Der Einfluss der Industrie auf die Kommission sei größer als je zuvor, so Rasmus Kjeldahl, Vorsitzender des europäischen Verbraucherverbands BEUC. Trotzdem werde der Verbraucherschutz auch weiter ein Prioritätsbereich sein, da er den Bürgern besonders wichtig sei und somit dazu beitragen könne, die EU-Institutionen den Bürgern näher zu bringen.

„Ich bin der Meinung, dass die Industrie unter der Prodi-Kommission mehr Einfluss in der Kommission erlangt hat (…) wir haben gesehen, dass die Industrie im Zusammenhang mit SANCO viel stärker anwesend war (…) die Lobbyisten haben sich überall auf sehr wirksame Weise eingebracht,“ so BEUC-Präsident Rasmus Kjeldahl gegenüber EurActiv. „Und ich denke, dass wenn man die neue Kommission und die Wahl der Ressorts und Kommissare analysiert, dass man sehen wird, dass die Industrie einen weitere Schritt vorwärts gemacht hat“, fügte Kjeldahl hinzu. 

Seiner Ansicht nach wird der Verbraucherpolitik zunehmend mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Der Verbraucherschutz hat Umweltschutz, als das Thema, das den Bürgern am nächsten ist, ersetzt. „Sowohl das Parlament als auch die Kommission sind der Meinung, dass sie Themen brauchen, die sie den Menschen näher bringt und ich denke, dass der Verbraucherschutz zu diesen Themenbereichen gehört. (…) Ich bin der Ansicht, dass Umweltthemen viele Jahre lang dieses Thema waren. Jetzt steht die Umwelt jedoch nicht mehr ganz so hoch oben auf der Agenda wie früher“, erläuterte Kjeldahl. Darüber hinaus gibt es wichtige Persönlichkeiten, wie beispielsweise Robert Madelin, dem Generaldirektor von GD SANCO, der sich sehr für dieses Thema interessiert, die sich für Fortschritte beim Verbraucherschutz einsetzen“, so Kjeldahl. 

Eine der Prioritäten des neu gewählten BEUC-Vorsitzenden für die kommenden zwei Jahre wird in der Integrierung des Verbraucherschutzes in andere Politikbereiche bestehen. Der Aufbau von starken Verbraucherschutzorganisationen in den neuen Mitgliedstaaten sei, Kjeldahl zufolge, ein weiteres wichtiges Ziel, das dazu beitragen soll, dass BEUC seine starke Lobbying-Position in Brüssel als der führenden Verbraucherorganisation aufrechterhalten kann. 

Auf eine Frage von EurActiv bezüglich der Lebensmittelsicherheit in der erweiterten EU und die Frage, ob Besorgnisse, die vor der Erweiterung bestanden haben, begründet gewesen seien, antwortete Kjeldahl: „Wir, als Verbraucherverband, haben keine Belege dafür, dass mit dem Thema Sicherheit nicht angemessen umgegangen worden ist“. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des dänischen Verbraucherrates konnte Kjeldahl darüber Aufschluss geben, dass die Importe aus den neuen Mitgliedstaaten zugenommen hätten, was voraussichtlich zu Preissenkungen führen würde. 

Zur sozialen Verantwortung von Unternehmen (CSR) sagte der BEUC-Vorsitzende, dass das Thema ein zunehmend wichtigere Rolle spiele, dass jedoch ein Mangel an Nachweisführung herrsche. „Generell denke ich, dass CSR extrem wichtig geworden ist and dass wir eine Phase erreicht haben, in der sich ernste Unternehmen hierüber im Klaren sind. Und einige Firmen unternehmen sogar etwas in diese Richtung (…) aber in Wirklichkeit basiert das System darauf, dass den Unternehmen vertraut wird, dass sie CSR auch tatsächlich umsetzen, während kaum untersucht wird, ob diese Behauptungen zutreffen,“ so Kjeldahl weiter. BEUC befasse sich mit dieser Problematik, deren Lösung sowohl im Interesse der Verbraucher als auch der Unternehmen sei.

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