Der von der Kommission geförderte Bericht Alcohol in Europe [in englischer Sprache], der vom Londoner Institute of Alcohol Studies ausgearbeitet wurde, liefert eine Übersicht der Alkoholpolitik der EU-Länder, des Alkoholkonsums der Europäer und der wirtschaftlichen Bedeutung der Alkoholbranche.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Alkoholpolitik nicht unbedingt wirtschaftliche Folgen haben muss. Aus anderen Studien geht hervor, dass sich die Gesamtkosten, die durch Alkoholkonsum verursacht werden, im Jahr 2003 auf 1,3 % des BIP beliefen, und damit auf ebensoviel wie die durch Tabakkonsum entstehenden Kosten. Die Kosten für die Gesellschaft sind bedingt durch gesundheitliche Probleme, Produktivitätsverlust durch Fehltage am Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit und kürzere Arbeitsleben durch frühzeitigen Tod. Aus dem Bericht geht hervor, dass 10 % der Todesfälle bei jungen Frauen und etwa 25 % der Todesfälle bei Männern auf Alkohol zurückzuführen sind.
Entgegen der Erwartungen wird festgestellt, dass in vielen Aspekten des Alkoholkonsums kaum Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Ländern bestehen. So ist der übermäßige Alkoholkonsum unter Jugendlichen in den 1990er Jahren in den meisten Ländern angestiegen. 44 % der alkoholischen Getränke, die in der EU getrunken werden, sind Bier, 34 % Wein und 23 % Spirituosen.
Zu den Empfehlungen zur Verringerung des Alkoholkonsums gehören die Einführung von Bildungsprogrammen, die früh ansetzen sollten, um junge Menschen über die schädlichen Folgen für die Gesundheit, Familien und Gesellschaft zu informieren.
Darüber hinaus wird empfohlen, dass alkoholische Getränke mit Warnhinweisen versehen werden, die die Verbraucher auf die gesundheitlichen Folgen aufmerksam machen. Außerdem sollten die Verpackungs- und Kennzeichnungsvorschriften verschärft werden, um zu vermeiden, dass den Verbrauchern ein falsches Bild der Produktmerkmale vermittelt wird und sie eine zu große Anziehungskraft auf Minderjährige ausüben.
Der EU, die ansonsten kaum über Kompetenzen im Gesundheitsbereich verfügt, ist es gelungen, EU-weit die Einführung von Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen durchzusetzen.



