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Die europäischen Winzer bedauern, dass Wein zunehmend auf ein rein alkoholisches Getränk reduziert und in großen Mengen konsumiert, jedoch der Wert des Produktes nicht geschätzt wird. Sie haben ein Programm ins Leben gerufen, das die kulturelle Dimension des Weines betonen und einen Beitrag zu dem Ziel der EU leisten soll, Alkoholmissbrauch zu mindern.
Es sei die Aufgabe der Winzer, die Botschaft der Mäßigung zu verbreiten, sowie zu lehren, wie Wein zu genießen und zu schätzen sei, sagte Xavier de Volontat, Präsident der europäische Bund der unabhängigen Winzer (CEVI) während der Eröffnungsveranstaltung des CEVI-Programms für „Wine in Moderation - Art de Vivre
“ (Wein mit Mäßigung genießen – Eine Lebenskunst). Er fügte hinzu, man wolle einen verantwortungsbewussten Konsum unterstützen.
De Volontat bedauerte, dass das hochwertige Produkt zunehmend auf ein rein alkoholisches Getränk reduziert werde. Letzteres verkenne die kulturelle Dimension des Weines.
Die neue Informationskampagne des europäischen Weinsektors zielt darauf ab, Mäßigung und einen verantwortungsbewussten Konsum zu unterstützen. Gleichzeitig soll sie einen Beitrag zu der Strategie der EU leisten, alkoholbedingte Leiden zu vermindern (EurActiv vom 25. Oktober 2006).
Natürlich sei es möglich, das Leben ohne Alkohol zu genießen, sagte die Kommissarin für Landwirtschaft Mariann Fischer Boel während der Eröffnungsveranstaltung. Sie fügte hinzu, nichtsdestotrotz sei Wein tief in der europäischen Identität verwurzelt. Er sei Teil der Kultur des antiken Griechenlandes gewesen, habe sich mit dem Römischen Reich verbreitet, und heute verschaffe er der Wirtschaft der EU jährlich etwa 15 Milliarden Euro.
Man messe dem Wein für das Glück in der Welt noch keine Bedeutung zu, sagte Boel weiter. Das neue CEVI-Programm ebenso wie die EU-Reform des Weinsektors seien eine Möglichkeit, um ein Bewusstsein für den gesundheitlichen Nutzen eines moderaten Weinverzehrs zu schaffen.
Die Kommissarin erkannte jedoch auch an, dass Alkoholmissbrauch in Europa ein Problem sei und ernst genommen werden müsse. Während die Menschen der südeuropäischen Länder heute weniger Wein tränken, tränke man in vielen Ländern Mittel- und Nordeuropas mehr, und Kampftrinken sei ein zunehmend ernstes Problem geworden, besonders unter Jugendlichen, erklärte Boel.
Laut der Kommission beschrieben sich 38% der Männer in der EU als wöchentliche Kampftrinker. Zudem wird geschätzt, dass ein übermäßiger Alkoholkonsum jährlich in der EU etwa 200 000 Todesfälle nach sich zieht, beispielsweise durch Unfälle, Lebererkrankungen und Krebs.
Ende 2007 veröffentlichte das Europäische Forum für „Alkohol und Gesundheit“
, eine im Juni 2007 geschaffene Plattform für Wirtschaftsakteure und NGOs, ihre ersten Empfehlungen dafür, wie alkoholbedingte Schäden vermieden werden können. Das erste Jahresforum
der EU zum Thema Alkohol wird am 17. April 2008 stattfinden. Es wird die Ergebnisse der Stakeholder-Plattform vorstellen und Nicht-Mitglieder werden die Möglichkeit haben, weitere Maßnahmen vorzuschlagen.