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3. Dezember 2008
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Zurückhaltende Reaktion auf Bericht zur Gesundheitsvorsorge [DE][en

Erschienen: Freitag 16. Februar 2007    | Aktualisiert: Mittwoch 14. März 2007   

Ein Expertenbericht, der mehr Wettbewerb zur Verbesserung der Effizienz und Transparenz der Gesundheitsvorsorge fordert, ist von den Stakeholdern zurückhaltend aufgenommen worden.

Hintergrund:

Die Konferenz “Financing Sustainable Healthcare in Europe”, die im Oktober 2005 stattfand, bildete die  Auftaktveranstaltung für eine einjährige Untersuchung zur nachhaltigen Finanzierung der Gesundheitsvorsorge, wobei vier Themen im Mittelpunkt standen:

  • Gewährleistung der Gleichbehandlung der Patienten und parallele Verbesserung der Effizienz;
  • Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Preis-Leistungs-Verhältnisses im Gesundheitssektor;
  • Stärkung der Patienten und Sicherstellung effizienter Behandlungsergebnisse;
  • Nachhaltigkeit der Gesundheitsfinanzierung in Südosteuropa.

Vor dem Hintergrund, dass derzeit auch die Themen Patientenmobilität und Zugang zu grenzüberschreitenden Gesundheitsleistungen in Europa zur Debatte stehen, soll der Bericht dazu dienen, den Regierungen Hinweise zu geben, wie sie ihre Ressourcen investieren sollen, um die qualitativ hochwertigste Gesundheitsvorsorge für ihre Bürger zu erreichen.

Weitere Nachrichten:

Der von mehreren Experten im Bereich öffentliche Gesundheit verfasste BerichtPdf external  Financing Sustainable Healthcare in Europe: New Approaches for New Outcomes wurde am 13. Februar 2007 dem für Industriepolitik zuständigem Kommissar Günter Verheugen überreicht. 

Der Bericht umfasst vier unabhängige Studien zu Themen, die mit der Nachhaltigkeit der Finanzierung der Gesundheitsvorsorgen in Zusammenhang stehen, und empfiehlt als Maßnahmen zur ständigen Verbesserung der Gesundheitsvorsorge größere Effizienz, mehr Auswahl und innovative Modelle zur Finanzierung der Gesundheitsvorsorge. 

Insbesondere fordert der Bericht mehr Transparenz und Offenheit bei der Finanzierung der Gesundheitsvorsorge in Europa. Es sei schockierend, wie wenig Wissen europaweit darüber bestehe, wofür das Geld in der Gesundheitsvorsorge verwendet werde, sagte Pat Cox, Vorsitzender des Lenkungskomitees des Projekts. 

Um Abhilfe aus dieser Situation zu schaffen, bilde nach Auffassung des Berichts ein auf Marktpreisen basierender Mechanismus die effizienteste Methode, um die notwendigen Informationen bezüglich der Nutzung von Ressourcen an Patienten, Regierungen und die Gesundheitssysteme in Europa zu vermitteln. Es müsse damit begonnen werden, die Macht des Marktes zur Erreichung eines besseren Preis-Leistungs-Verhältnisses zu nutzen, sagte Cox. 

Ein Großteil des Berichts widmet sich der Evaluation der Gesundheitsleistungen (Health Technology Assessment, HTA). Zur Gesundheitstechnologie zählen alle Methoden, die zur Verbesserung der Gesundheit und zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten genutzt werden, beispielsweise Medikamente, Geräte, Operationen und Untersuchungsprogramme. 

In den Schlussfolgerungen wird der Zusammenhang zwischen Innovation und den Bedürfnissen des Gesundheitssystems verdeutlicht. Produkte, durch die größtmöglicher Nutzen aus Investitionen gewonnen werden könne, müssten identifiziert und unterstützt werden, so der Bericht. Die Hersteller solcher Produkte müssten mit angemessenen Erstattungen und Preisen belohnt werden.

Die Verfasser der Studie fordern zudem weitere Aufklärung über die Reichweite der Erstattungen für Medikamente, schnelle Genehmigungen und Rückerstattungen für neue Medikamente.

Positionen:

Er habe die Zusammenfassung und wichtigsten Ergebnisse des Berichts gelesen, sagte der Geschäftsführer der European Hospital and Healthcare Federation (HOPE), Pascal Garel, und sei auf den Rest des Berichts gespannt. Es interessiere ihn, herauszufinden, wie die Autoren zu ihren Empfehlungen gekommen seien. HOPE sei niemals konsultiert oder um einen Beitrag zu dem Bericht gebeten worden, sagte Garel. Der Bericht sei zu undifferenziert, wenn er behaupte, es gäbe keine Daten über die Verwendung von Geldern in der Gesundheitsvorsorge. Es gäbe immer mehr Vergleichskriterien und Daten über die Krankenhausbetreuung. Sie wüssten, was sie machen, so Garel. 

Der Europäische Verbraucherverband (BEUC) zeigte sich überrascht, dass der Bericht dem für Industriepolitik zuständigen Kommissar und nicht dem Gesundheitskommissar vorgelegt wurde. Dies könnte ein Indiz dafür sein, so BEUC, dass die Kommission unglücklicherweise Medikamente größtenteils als Industrieprodukte betrachte, da der Generaldirektion Unternehmen die führende Rolle in der europäischen Medikamentenpolitik zugeschrieben werde. 

Derzeit seien in vielen Ländern die Kunden und die Anbieter der Gesundheitsvorsorge identisch, zum Beispiel Gemeinden. Dies führe zu Undurchsichtigkeit in der Frage, wie das Geld in der Gesundheitsvorsorge letztlich verwendet würde. Die Besteller und Anbieter der Gesundheitsvorsorge sollten getrennt werden, um Fortschritte zu erreichen und die Preise transparent gestalten zu können, erklärte Laura Niemi von Sitra, dem finnischen Innovationsfonds

Das Gesundheitswesen sei derzeit äußerst undurchsichtig. Sitra habe nicht die leiseste Idee über Preise und Produkte. Es müssten umfassende Kosten- und Ausgabenanalysen über die Geldverwendung, die behandelten Patienten, die Heilungserfolge und die Ergebnisse erstellt werden. Ein preisbasierter Mechanismus bei der Finanzierung der Gesundheitsvorsorge würde voraussetzen, dass all diese Informationen bekannt wären. Wären die Preise und Produkte einmal bekannt, könne die Macht des Marktes im Hinblick auf die Bereitstellung von Gesundheitsvorsorge genutzt werden, sagte Hanna Hanhijärvi von Sitra. 

Claude Hemmer, oberster Berater des luxemburgischen Gesundheitsministers, sagte, dass es im heutigen Europa zu lange dauere, bis Patienten von Innovationen profitieren könnten. In Europa müsste Innovation offener, systematischer und transparenter mobilisiert werden. Ständige Evaluierung und Neubeurteilung seien entscheidend, um den Wert neuer Technologien im Gesundheitswesen abschätzen zu können – Entscheidungen über Innovationen könnten zu früh und manchmal zu langfristig getroffen werden, so Hemmer.

Nächste Schritte:

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