Der Chef von Airbus, Louis Gallois, hat angekündigt, dass voraussichtlich 4.300 Stellen in Frankreich gestrichen werden. In Deutschland würden 3.700 Stellen wegfallen und in Großbritannien und Spanien jeweils 1.600 und 400 im Laufe der kommenden vier Jahre. Ungefähr die Hälfte der Stellen würde innerhalb des 57.000 Mitarbeiter umfassenden Unternehmens wegfallen, die restlichen beträfen andere Unternehmen, die für Airbus arbeiten, und die derzeit ca. 30.000 Beschäftigte stellen.
Das Unternehmen hat angekündigt, versuchen zu wollen, Entlassungen durch freiwillige Regelungen wie Frühverrentung zu umgehen, jedoch wollte es keine festen Zusagen machen. Sollten diese Regelungen in den kommenden 12 bis 18 Monaten nicht die erwünschte Reduzierung erzielen, müssten weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden, so Airbus.
Die Ankündigung löste unmittelbare Reaktionen seitens der Arbeitnehmer in Frankreich und Deutschland aus, die spontan die Arbeit niederlegten. Gemeinsame Maßnahmen sind in Planung.
Bisher ist noch keine darüber Entscheidung gefallen, welches (wenn es soweit käme) der 16 Airbus-Werke in Großbritannien, Spanien, Deutschland oder Frankreich geschlossen würde – vor allem, weil sich die betroffenen Länder in dieser Frage nicht einigen konnten.
Die vier EU-Mitgliedstaaten müssen nun entscheiden, ob sie Mittel aus dem 500-Millionen-Globalisierungsfonds der EU beantragen wollen, eine Möglichkeit, die seit dem 1. Januar 2007 besteht. Der Fonds zielt darauf ab, Unterstützung zu leisten, in Fällen, in denen über 1000 Beschäftigte aufgrund von „großen strukturellen Änderungen im Welt-Handelssystem“ entlassen werden (EurActiv vom 14.12. 2006).
Die Entlassungspläne gehören zu einem großen Umstrukturierungs-Programm, das am 28. Februar 2007 vorgelegt wurde und den Namen Power8 trägt. Es zielt darauf ab, Airbus – dessen derzeitige finanzielle Situation nach eigener Einschätzung „nicht nachhaltig“ ist – im Hinblick auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck effizienter zu gestalten.
Airbus setzt darauf, dass die Kostensenkung bis 2010 insgesamt fünf Mrd. freisetzen wird. Diese Mittel werden benötigt, um ein neues Großflugzeug (A350) entwickeln zu können, das den Wettbewerb mit dem neuen Boeing-Modell, 787 Dreamliner, aufnehmen kann.
Der Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen ist sehr stark. Seit 1999 ist es Airbus gelungen, den amerikanischen Wettbewerber zu übertreffen. 2006 hat das US-Unternehmen aufgrund der Schwierigkeiten bei Airbus jedoch wieder aufholen können und viele Lieferaufträge sicherstellen können.
Frankreich hat am 1. März 2007 angekündigt, dass es Airbus finanzielle Hilfe in Höhe von 100 Millionen Euro zukommen lassen wird, um die Entwicklung von Kohlenstofffaser-Verbundmaterialien voranzutreiben, die ausschlaggebend sind für die Entwicklung des neuen A350-Modells.
Die Gefahr besteht, dass sich der Konflikt mit den USA, der bereits aufgrund der Unstimmigkeiten innerhalb der WTO über Subventionen besteht, weiter zuspitzt. Die USA haben die EU und die vier betroffenen Länder davor gewarnt, dass Regierungsgelder für Airbus internationales Regelwerk verletzen würden (EurActiv vom 16.11. 2006).



