Die Minister einigten sich in Davos darauf, ihre Unterhändler an den Verhandlungstisch zurückzuschicken, in der Hoffnung, eine Einigung könne vor dem Auslaufen des US-amerikanischen Verhandlungsmandats am 30. Juni 2007 erreicht werden. Das Verhandlungsmandat wird benötigt, um die Einigung in den USA umsetzen zu können, ohne dass der Kongress jede Klausel eines entsprechenden Abkommens abändern und so dem Abkommen seinen Inhalt nehmen kann.
Eine Einigung vor diesem Datum erscheint immer unwahrscheinlicher, jedoch sind die amerikanischen Behörden der Auffassung, dass auch die neue demokratische Mehrheit im Kongress das Verhandlungsmandat von US-Präsident Bush erneuern könnte, sofern genug Verhandlungsmasse vorhanden sei.
Die 30 Handelsminister brachten Optimismus darüber zum Ausdruck, dass in den kommenden Monaten ein Fortschritt erreicht werden könne, indem sich die Verhandlungen auf die einzelnen Produkte bezogen vollziehen sollten. Wie die International Herald Tribune berichtet, solle nach Auffassung der Minister die reine Festlegung von Höchstzahlen vermieden werden.
Der neue Ansatz soll die Aufmerksamkeit von den Zahlen ablenken, an denen bisher von den WTO-Mitgliedern hartnäckig festgehalten wurde, beispielsweise die Forderung der USA, die EU solle ihre Einfuhrzölle für Agrarprodukte um 66% senken, die Forderung der Entwicklungsländer nach einer Höchstgrenze von 54%, die Ankündigung von Handelskommissar Peter Mandelson, dass maximal eine Senkung um 51% möglich sei, oder die harte Linie Frankreichs, dass der ursprüngliche Vorschlag der EU, die Zölle um 39% zu senken, eine absolute Grenze sei.
Die Minister würden darüber entscheiden, ob die daraus resultierenden Aggregatnummern bei dem Treffen aller WTO-Mitglieder in Genf auf den Verhandlungstisch kommen sollten.



