Bei ihrem Treffen haben der EU-Handelskommissars Peter Mandelson und der südkoreanischen Handelsminister Kim Hyun-chong offiziell den Beginn von Verhandlungen über ein umfangreiches Abkommen, das den beidseitigen Handel und Investitionen zwischen den beiden Regionen um etwa 40% steigern soll, angekündigt. Diese Zahl geht aus einer Studie, die von der EU in Auftrag gegeben wurde, hervor.
Südkorea hat auf ein Freihandelsabkommen mit der EU gedrängt als Teil seiner vielseitigen Freihandelspolitik, die darauf abzielt, bis Ende des Jahres Freihandelsabkommen mit 15 Ländern abzuschließen.
Diese Idee hat jedoch in Europa erst Anklang gefunden, als Seoul im vergangenen Jahr Freihandelsgespräche mit Washington begonnen hatte und nachdem die Gespräche mit der Welthandelsorganisation über ein internationales Handelsabkommen im Juli 2006 ausgesetzt wurden (siehe LinksDossier über WTO Doha-Entwicklungsrunde).
Korea ist der achte Handelspartner der EU, vor Indien und Brasilien, und die Handelsaktivitäten beliefen sich 2006 auf etwa 53 Mrd. Euro. Des Weiteren ist Südkorea mit etwa 3,5 Mrd. Euro der größte ausländische Investor der EU.
Mit den Gesprächen beabsichtigt die EU, die koreanische Regierung zu einem verbesserten Zugang zu dessen Automobilmarkt, sowie zu dessen Pharma-, Chemie-, Maschinen- und Kosmetikindustrie, zu bewegen.
Mandelson sagte, er sei Stolz auf jedes einzelne europäische Auto, das er auf den Straßen von Seoul erblicke, dass er jedoch gern viele weitere Autos sehen würde. Er fügte jedoch hinzu, dass die Beendung der Doha-Runde oberste Priorität für die EU habe.
Die erste Runde von Gesprächen findet bis zum 11. Mai 2007 statt und beide Seiten erklärten, dass sie vorhaben, innerhalb eines Jahres ein Abkommen abzuschließen.



