Wettbewerbsfähigkeit
Nicht nur von Billigarbeitern hergestellte arbeitsintensive Güter (man denke nur an die Textilschwemme aus China, als die Einfuhrquoten im Sommer 2005 erhöht wurden, siehe auch EurActiv, 24. August 2005) bedrohen den relativen Wettbewerbsvorteil Europas. Wie die oben genannte Studie zeigt, tragen rasante Fortschritte in China auch zur Schließung der Technologie-Kluft zu Europa bei. Sollte die EU nicht unverzüglich hinsichtlich von High-Tech und anderen Qualitätsprodukten handeln, wird sie ihren relativen Wettbewerbsvorteil auf absehbare Zeit verlieren.
Angespannte Handelsbeziehungen
Eine Reihe von Themen, die die Beziehungen zwischen der EU und China belasten, haben in den letzten Monaten für Schlagzeilen gesorgt, insbesondere im Zusammenhang mit Textilien- und Schuhimporten. Am 30. März 2006 forderte die Kommission erstmals die Abhaltung von Anhörungen (erster Schritt im WTO-Streitschlichtungsverfahren) mit China, und zwar bezüglich von Kfz-Ersatzteilen. Bemüht, die Bedeutung dieses Schritts herunterzuspielen, wies der chinesische Vizehandelsminister Yu Guangzhou darauf hin, dass Spannungen zwischen zwei so großen Handelsblöcken unvermeidlich seien und dass der Kfz-Zubehörbereich lediglich 2 % des gegenseitigen Handels ausmache.
Marktöffnung
China ist ein riesiger potentieller Markt für europäische Unternehmen. Die Zahl der ‚tatsächlichen’ Verbraucher von Produkten und Dienstleistungen aus der EU wird derzeit zwar auf lediglich 75 Millionen geschätzt, Erwartungen zufolge wird sie bis 2015 jedoch auf 700 Millionen ansteigen. Doch europäische Unternehmen stoßen bei ihren Versuchen, in den chinesischen Markt einzusteigen, aufgrund diskriminierender Maßnahmen gegen ausländische Firmen (beispielsweise die Pflicht zum Technologietransfer bei öffentlichen Aufträgen und hohe Kapitalanforderungen an ausländische Banken) noch immer auf Schwierigkeiten. Darüber hinaus fehlt es, etwa bei den komplizierten und langwierigen Lizenzverfahren für Firmen, an rechtlicher Transparenz.
Urheberschutz
Die fehlende Durchsetzung des Schutzes geistiger Eigentumsrechte in China ist ein branchenübergreifendes Problem, das riesige Verlusten für Firmen im Agrochemie-, Textil-, Automobil- oder Pharmasektor verursacht. So betrachtet die EU-Automobilindustrie Probleme beim Urheberrecht als das größte Handelshindernis und schätzt die hierauf zurückzuführenden jährlichen Verluste auf 10 % ihres Umsatzes. Die Kommission ist daher auf der Suche nach wirksameren Maßnahmen, um einen besseren Schutz in China durchzusetzen.
Beschäftigungsstandards
Die niedrigen Preise chinesischer Produkte sind das Ergebnis der schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhne, mit denen sich chinesische Arbeitskräfte abfinden müssen. Mit fortschreitendem Wirtschaftswachstum in China und wachsendem internationalen Druck auf China sind diesbezüglich jedoch Verbesserungen zu erwarten und dass China die von den Vereinten Nation und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) festgelegten Regeln irgendwann einhält.



