Am 24. April 2005 hat Kommissar Mandelson Zahlen vorgestellt, die einen dramatischen Anstieg chinesischer Textilimporte zeigen. Mandelson erläuterte, er werde sich zunächst für eine freiwillige Vereinbarung mit China einsetzen. Eine Untersuchung der EU im Bereich neun verschiedener Kleidungskategorien könne jedoch dazu führen, dass die EU innerhalb von Monaten Einfuhrbeschränkungen einführe. Sie würde damit dem Beispiel der USA folgen.
Die 40 Jahre alte WTO-Vereinbarung über Textilien und Kleidung, die Quoten zur Beschränkung des weltweiten Handels festlegte, lief im Januar 2005 aus. Seitdem sind die EU- und US-Märkte von chinesischen Textilprodukten geradezu überschwemmt worden, was einen Stellenabbau in der Branche zur Folge haben könnte. Aus Angst vor der Billigkonkurrenz fordert die europäische Textilindustrie die Regierungen dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um dem Anstieg des Imports einiger Produkte um 500 % Einhalt zu gebieten. Die Preise für Textilprodukte wie T-Shirts sind bereits um 26 % gefallen.
WTO-Direktor Supachai Panitchpakdi hat erklärt, die Regierungen sollten nichts überstürzen. Sie hätten sich nicht auf das Ende der WTO-Vereinbarung vorbereitet und sollte daher zumindest für ein Jahr davon absehen, protektionistische Maßnahmen einzuführen, bis eine Normalisierung des Markts eingetreten sei.



