Aufgrund der Aufhebung der Handelsbeschränkungen im Januar 2005 ist es zu einem dramatischen Anstieg der Textilimporte aus China in die EU gekommen. Die europäische Textilindustrie, insbesondere in Griechenland, Portugal und Slowenien, befürchtet daher große Verluste.
Im April leitete die Kommission eine 60-tägige Untersuchung zu neun Produktkategorien ein. In Bezug auf zwei dieser Kategorien, T-Shirts und Leinengarn (Importanstieg um 187 beziehungsweise 56 % seit Jahresbeginn), hat sich die Situation jedoch so zugespitzt, dass sich die Kommission zu Dringlichkeitsmaßnahmen entschlossen hat (siehe auch 25 April 2005).
Die Gespräche zwischen der EU und China werden unter WTO-Regeln geführt werden, die dringende Maßnahmen zur Verhinderung eines ernsthaften Schadens einer Industrie zulassen. Sollte kein Einverständnis mit China zustande kommen, das zu sofortigen Ergebnissen führt, könnte die Kommission Quoten einführen, die bis Jahresende andauern könnten.
Die Schritte von Kommissar Mandelson könnte das Ja-Lager beim anstehenden EU-Verfassungsreferendum in Frankreich stärken. Die französische Textilindustrie sieht sich besonders bedroht und befürchtet einen Stellenabbau in der Branche.



