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US-Unternehmen fordern "transatlantischen Binnenmarkt" [DE]

Veröffentlicht 22. November 2006 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Trotz transatlantischer Divergenzen und des Wirbels um China und Indien sollten nach Auffassung amerikanischer Unternehmen die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen für die EU und die USA oberste Priorität bleiben.

Auch wenn die transatlantischen Beziehungen häufig von Presseberichten über politische Divergenzen und handelspolitische Spannungen überschattet werden, zeigen die Zahlen des Center for Transatlantic Relations, dass Handel und Investitionen zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt florieren. Dennoch existieren weiterhin einige Handelsbarrieren zwischen der EU und den USA.

Im Rahmen der ersten transatlantischen Konferenz forderten in der EU ansässige amerikanische Unternehmen die EU und die USA dazu auf, die transatlantischen Beziehungen nicht länger wegen der zunehmenden Beziehungen zu Ländern wie China und Indien zu vernachlässigen.

Die Wissenschaftler erklärten, die europäische und die amerikanische Volkswirtschaft seien mittlerweile so voneinander abhängig, dass der Schlüssel zu künftigem Wachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen nicht in verbesserten Beziehungen zu China und Indien oder in einem erfolgreichen Abschluss der Doha-Runde liege, sondern in der Beseitigung bestehender Handels- und Investitionshemmnisse und in der Schaffung eines wahrhaft „transatlantischen Binnenmarkts“. 

Stellungnahmen: 

Dr. Haniel Hamilton, Direktor des Center for Transatlantic Relations der Johns Hopkins University, erklärte, die USA hätten im Jahr 2005 in China nur 23% dessen investiert, was sie im selben Jahr in Belgien investiert hätten. Selbst in die „nur langsam wachsende“ deutsche Volkswirtschaft seien viermal mehr amerikanische Investitionen als nach China geflossen. Jeder spreche über China, die tatsächlichen Wirtschaftsaktivitäten fänden jedoch anderswo statt, so Hamilton.

Joseph Quinlan, leitender Wissenschaftler am Center for Transatlantic Relations fügte hinzu, China werde eines Tages die Welt ändern, momentan sei der chinesische Markt im Vergleich zur EU für amerikanischen Unternehmen aber wegen der vielen ordnungspolitischen Beschränkungen viel unattraktiver. 

Der amerikanische Botschafter bei der EU, Boyden Gray, sagte, die Europäer und Amerikaner neigten dazu, die transatlantischen Beziehungen als selbstverständlich zu erachten. Die politische Führung müsse aber die Spannungen zwischen den beiden Volkswirtschaften abbauen, weil sich sonst die Zahlen verschlechtern würden, warnte der Botschafter. Das Hauptproblem liege dabei noch Ansicht Grays in der Regulierungswut der Europäer. Amerikanische Unternehmen seien davon häufig im negativen Sinne betroffen, beispielsweise durch die Reform der europäischen Chemikalienpolitik (REACH). Dasselbe würde auch für die geplante CO2-Steuer für Flugzeuge gelten, kritisierte der Botschafter. Die Kommission lasse sich viel zu sehr von den Mitgliedstaaten unter Druck setzen, die zudem viel zu viel Kontrolle über die europäische Politik hätten, so Gray.

Hintergrund : 

Nach den Zahlen, die Haniel Hamilton und Joseph Quinlan vom Center for Transatlantic Relations im Rahmen einer am 21. November 2006 von der American Chamber of Commerce bei der EU veranstalteten Konferenz bekanntgaben, beläuft sich die  transatlantische Wirtschaft gegenwärtig auf 3 Billionen Euro – was etwa 60% des weltweiten Bruttoinlandprodukts entspricht – und beschäftigt in der EU und den USA etwa 14 Millionen Arbeitnehmer.

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