Die Europäische Kommission erkenne an, dass man sich dringend der Verlagerung von CO2-Emissionsquellen bei energieintensiven Branchen, die der internationalen Konkurrenz ausgesetzt sind, annehmen müsse. Dies betont ein Entwurfstext, den Deutschland in die Schlussfolgerungen des Gipfels aufgenommen haben möchte.
Aus deutscher Sicht müsse man sich des Sachverhaltes „dringend“ annehmen, bevor ein internationales Abkommen ausgehandelt werde, welches das Kyoto-Protokoll ersetzen soll.
Bis ein internationales Abkommen abgeschlossen sei, solle die Versteigerung von Treibhausgaszertifikaten nicht für die Sektoren gelten, für die ein großes Risiko der Verlagerung von CO2-Emissionsquellen bestehe, so der Text, der von deutschen Diplomaten unterstützt wird. In diesen Sektoren müsse man durch Emissionshandel bedingte erhöhte Strompreise in Betracht ziehen.
Energieintensive Industrien, wie die Glas-, Zement oder Stahlindustrie, haben verstärkt Warnungen über eine mögliche Umverteilung von CO2-Emissionsquellen ausgesprochen, was eine Standortverlagerung energieintensiver Fabriken und Arbeitsplätze nach außerhalb der EU-Grenzen bedeutet (EurActiv vom 27. November 2007).
Bis heute hat die Kommission ihnen jedoch nur teilweise versichert, dass sie im Zeitraum nach 2012 eventuell kostenlose Emissionszertifikate erhalten könnten. Es liege nicht im Interesse der Europäischen Union, dass die Produktion zukünftig in Länder mit weniger strengen Emissionsbeschränkungen abwandere, so die Kommission in einer den Metallsektor unterstützenden Mitteilung, die am 25. Februar 2008 vorgelegt wurde.
Zur gleichen Zeit widerstand sie Forderungen nach sofortigen Maßnahmen, da die Priorität sein solle, ein internationales Klimaabkommen abzuschließen, welches das Problem der Verlagerung von CO2-Emissionsquellen vermutlich lösen würde.
Der Schwerpunkt liege selbstverständlich auf dem Abschluss eines internationalen Abkommens, das die meisten Probleme, die mit der Verlagerung von CO2-Emissionsquellen im Zusammenhang stünden, lösen könne, sagte auch Jos Delbeke, der Stellvertretende Generaldirektor der Generaldirektion Umwelt der Kommission.
Delbeke versuchte kürzlich in einem Interview mit EurActiv die Haltung der Kommission zu verdeutlichen: „Die Kommission gab an, sie würde die Sektoren bestimmen müssen, in denen eine Verlagerung der CO2-Emissionsquellen auch nach dem Abschluss eines internationalen Abkommens weiter fortbestehen würde. Als zweiten Schritt würde sie Gesetzesentwürfe vorlegen – spätestens bis 2011.“



