Einschnitte bei den Zuckersubventionen seien nach Ansicht von Kommissarin Fischer Boel entscheidend für eine starke Verhandlungsposition der EU bei den im Dezember stattfindenden ministeriellen WTO-Verhandlungen in Hong Kong.
Die Zuckerpolitik der EU, die seit 40 Jahren nicht mehr reformiert worden ist, wird im Juli 2006 auslaufen.
Im Juni 2005 hat die Kommission weit reichende Reformvorschläge gemacht, die unter anderem eine Senkung der Preise, die Zuckerrohrproduzenten in der EU garantiert werden, um 39 % vorsahen. Die Zuschüsse haben es europäischen Landwirten ermöglicht, größere Mengen Zucker zu produzieren, als durch die Produktionskosten berechtigt wären. Die Preise in der EU sind dreimal höher als die auf dem Weltmarkt, wo überschüssiger Zucker ohne Rücksicht auf die Erzeuger der Entwicklungsländer zu sehr niedrigen Preisen verkauft wird.
Länder wie Griechenland, Portugal und Irland, wo die gesamte Zuckerindustrie zusammenbrechen könnte, sind heftige Gegner der vorgeschlagenen Reformen. Afrikanische, karibische und pazifische Länder fordern einen Kompromiss, und zwar eine Senkung des garantierten Preisniveaus um 19 statt 39 %.
Laut EU-Kommissarin Boel sei die bestehende Zuckermarktordnung angesichts des Drucks, der derzeit auf WTO-Ebene auf westliche Produzenten ausgeübt wird, nicht länger haltbar.



