Die Handyanrufe die von einem EU-Land ins andere getätigt werden, sind nun von ursprünglich 46 auf 43 Cent pro Minute begrenzt. Die Begrenzung wird ab Juli auf 39 Cent und ab Juli 2011 weiter auf 35 fallen.
In Einbezug der Mehrwertsteuer werden die neuen Preise für Anrufe aus dem EU-Ausland bei spanischen und britischen Nummern nun 49 Cent betragen, 51 Cent bei italienischen, französischen oder deutschen Nummern, 51 Cent bei belgischen oder finnischen und 53 Cent bei schwedischen, dänischen und ungarischen Nummern betragen.
Die Mobilfunknutzer sollen auch von niedrigeren Tarifen für das Annehmen von Anrufen im Ausland profitieren. Diese Gebühren werden von den derzeitigen 22 Cent pro Minute auf 19 Cent pro Minute gesenkt (ohne Mehrwertsteuer). Außerdem wurde eine neue Begrenzung für Textnachrichten aus dem Ausland eingeführt, die nun maximal 11 Cent (ohne Mehrwertsteuer) kosten werden.
Die Betreiber dürfen natürlich niedrigere Preise anbieten als die maximale EU-Begrenzung erlaubt, obwohl dies in der Praxis selten der Fall war, als die ersten EU-Roaming-Richtlinien im Jahr 2007 in Kraft traten.
Daten-Roaming
Mehr gute Nachrichten für europäische Verbraucher kamen mit der Einführung einer Preisobergrenze für Daten-Roaming, um so genannte Rechnungsschocks der Internetnutzer zu vermeiden, während sie im Ausland sind. In einem aktuellen Fall erhielt ein Deutscher eine Rechnung von 46 000 Euro für das Downloaden von Fernsehprogrammen während er in Frankreich war.
Die neue Regelung setzt ein Limit von 50 Euro pro Monat (inklusive Mehrwertsteuer). Wenn ein Konsument diese Grenze erreicht hat, wird ihm der Mobilfunkanbieter eine Warnungsnachricht senden, die die Details des Verfahrens zur weiteren Nutzung der Roaming-Daten enthält. Sollte der Nutzer nicht darauf reagieren, müsste der Betreiber automatisch den Dienst abschalten, sobald die Obergrenze erreicht wird.
Die Nutzer dürfen allerdings selber wählen, höhere Grenzen festzulegen.
Pro-Sekunde Tarif
Die Telekombetreiber schafften es jedoch den Zwang zur Abrechnung pro Sekunde ab dem Beginn eines Anrufs abzuwenden.
Derzeit erheben die meisten Betreiber Tarife pro-Minute für Anrufe im Ausland, eine Praxis die die Verbraucher letztendlich mit 24 Prozent mehr Zeit belastet als sie eigentlich telefonieren, so die Gruppe der europäischen Telekomregulierungsbehörden (ERG).
Die neuen Regeln werden den Betreibern erlauben, einen anfänglichen Abrechungszeitraum von 30 Sekunden einzuführen, nachdem dann das pro-Sekunde System eintritt. Dies bedeutet, dass wenn ein Betreiber diesen Vorteil ausnutzen will, jeder Anruf der eigentlich nur 15, drei oder 27 Sekunden dauert, so abgerechnet würde als habe er 30 Sekunden gedauert.



