ThemenRubriken
MiniRubriken
Die Europäische Kommission wird im März einen Aktionsplan veröffentlichen, um die Rolle der IKT bei der umweltorientierten Gestaltung der EU-Wirtschaft zu stärken. Dies könnte jedoch zusätzliche Anstrengungen der Technologiebranche erfordern.
Schätzungen
des Beratungsunternehmens McKinsey zufolge könnte eine weit verbreitete Nutzung ‚intelligenter’ Geräte und Anwendungen bis 2020 zu einer Minderung der globalen CO2-Emissionen um 15% führen (EurActiv vom 27. Juni 2008). Die Minderung würde der Union helfen, ihre ehrgeizigen Umweltziele zu erreichen, auf die man sich im Dezember 2007 geeinigt hatte.
Der Plan der EU-Kommission sieht die Möglichkeit vor, Städte, Gebäude und Autos mit neuen Geräten auszustatten, die in der Lage sind, CO2-Emissionen zu messen und zu reduzieren. Außerdem wird der zunehmende Anteil von Telearbeit und Online-Geschäften positive Auswirkungen auf den Klimawandel haben.
Die Bemühungen zur weiten Verbreitung intelligenter Technologien sorgen für enorme Gewinne in der Wirtschaft. Die IKT-Branche werde von den von Brüssel angeregten Veränderungen stark profitieren, so Martin Selmayr, Sprecher der EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft Viviane Reding.
Im Gegenzug für diesen Wettbewerbsvorteil werde die Wirtschaft dazu aufgefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und Einsparungen bei ihrem Energieverbrauch vorzunehmen, heißt es in einer Mitteilung
, die im Mai vergangenen Jahres von der Kommission veröffentlicht wurde. Dies könnte beispielsweise mittels eines umweltorientierten Beschaffungswesens und zusätzlicher Investitionen in die Forschung im IKT-Sektor geschehen. Dieser Auffassung ist auch das Europäische Parlament.
Gestern nahm der Industrieausschuss des EU-Parlaments einen Bericht an, in dem die Ankurbelung des umweltorientierten öffentlichen Beschaffungswesens – die verpflichtende Anwendung von Energieeffizienzstandards eingeschlossen – vorgeschlagen wurde (siehe EurActiv LinksDossier über das umweltorientierte Beschaffungswesen).
Die IKT-Branche verursache derzeit 2% der weltweiten CO2-Emissionen, jedoch werde dieser Anteil wahrscheinlich noch weiter steigen, da prognostiziert worden sei, dass in Zukunft immer mehr neue ‘intelligente’ Technologien zur Anwendung kommen würden, meinte Kommissarin Reding gestern (22. Januar 2009) auf einer Konferenz in Brüssel über ‚IKT für eine weltweit nachhaltige Zukunft’ zu Wirtschaftsexperten.
Die Kommission prüfe die Vorschläge, die wahrscheinlich im März veröffentlicht würden, so Kommissarin Reding. Unter Berücksichtigung der Wirtschaftskrise werde die EU-Kommission möglicherweise in Erwägung ziehe, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen. Damit solle nicht nur die IKT-Branche bei der umweltfreundlicheren Gestaltung der Wirtschaft sondern auch Europa unterstützt werden, damit es die aktuelle Wirtschaftskrise überwinden könne.