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Datenschutz im mobilen Internet: Regulierungsbehörde äußern Bedenken [DE]

Veröffentlicht 29. Mai 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Suche im Internet über ein Mobiltelefon kann hinsichtlich des Datenschutzes ein höheres Risiko darstellen als die Suche über herkömmliche Computer, so die italienische Datenschutzbehörde.

Die Nutzung einer Suchmaschine über ein Mobiltelefon mache eine größere Menge an personenbezogenen Daten verfügbar; dadurch könne der Nutzer leichter identifiziert und lokalisiert werden. Insbesondere wenn die durch Suchmaschinen zusammengetragenen Informationen und die speziellen, von Telekommunikationsnetzen gesammelten Daten abgeglichen würden, sei es möglich, ein sehr genaues Profil des Nutzers zu erstellen, nämlich in Hinblick auf die Lokalisierung, warnte Giovanni Buttarelli, Generalsekretär der italienischen Datenschutzbehörde im Anschluss an ein Treffen im Europaparlament zum Thema Datenschutz und Internet am 28. Mai 2008. 

Er äußerte seine Bedenken über mögliche neue Probleme, die aufgrund des mobilen Internets entstehen könnten. Er erinnerte Suchmaschinenanbieter daran, dass sie die Grundsätze, die in einer Stellungnahme der Datenschutzbehörden der EU von April 2008 dargelegt seien, befolgen müssten. Der Text ruft Suchmaschinen auf, die Erlaubnis der Nutzer einzuholen, wenn sie personenbezogene Daten sammeln, wenn sie diese nutzen wollen, um personalisierte Werbung über das Internet anzubieten (EurActiv vom 9. April 2008).

Die zunehmend vorsichtige Haltung der EU zu Datenschutz im Internet könnte beträchtliche Auswirkungen auf den blühenden Markt für zielgerichtete Werbung haben, der von Suchmaschinen entwickelt wird, indem sie detaillierte Informationen über ihre Nutzer zusammentragen.

Suchwerbung oder zielgerichtete Werbung macht etwa 45% des Marktes für Werbung im Internet in der EU und 40% in den USA aus, im Vergleich zu etwa 30% in beiden Gebieten für Display-Werbung und einen niedrigeren Prozentsatz für E-Mail-Werbung. Der gesamte Markt für Internetwerbung hat weltweit bereits einen Wert von schätzungsweise 25 Milliarden Euro – eine beeindruckende Zahl, wenn man die Tatsache in Betracht zieht, dass der erste Werbebanner 1994 online ging. Dies geht aus Statistiken der Bicocca Universität in Mailand hervor.

Google ist bei weitem der dominanteste Akteur und kontrolliert den größten Marktanteil sowohl für Suchwerbung als auch für Display-Werbung. Die jüngste Übernahme von DobuleClick hat die Stellung von Google auf dem Online-Werbemarkt weiter gestärkt – dennoch ist man der Ansicht, dass sie in Einklang mit den Wettbewerbsregeln der Regulierungsbehörden in der EU und in den USA stehe (EurActiv vom 12. März 2008).

Die Bürger Europas sind ebenfalls zunehmend besorgt über die Verwendung persönlicher Informationen im Internet. 82% der europäischen Internetnutzer haben nur wenig Vertrauen in die Handhabung personenbezogener Daten im Internet, so eine jüngste Eurobarometer-Umfrage (EurActiv vom 18. April 2008).

Eine andere Umfrage zeigte gestern, dass 83% der befragten Menschen in Italien, Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich es als unangebracht erachten, wenn ein Unternehmen eine Bandbreite von detaillierten persönlichen Informationen über einen Nutzer sammelt. 93% sagten, dass diese Informationen unter keinen Umständen für zielgerichtete Werbung genutzt werden sollten.

Für die Umfrage wurden im Frühjahr 2008 pro Land 150 Bürger von ICOMP (Initiative for a Competitive Online Marketplace), einem von Microsoft finanzierten Ratgeberforum, befragt.

Stellungnahmen: 

Giovanni Buttarelli, Generalsekretär der italienischen Regulierungsbehörde, sagte, es gebe zunehmend Bedenken über Datenspeicherung bei Internetsuchvorgängen durch Mobiltelefone.

Er schließe eine neue EU-Regelung für Internetwerbung nicht aus, sagte der Europaabgeordnete Gunnar Hokmarkt (EVP-ED, Schweden). Man nehme zunehmend wahr, dass sich verschiedene Technologien einander annäherten. Es könnte verschiedene Regeln für Werbung im Radio, im Fernsehen und so weiter geben. Er frage sich, ob diese Angelegenheit nicht in einem umfassenderen Rahmen betrachten sollte.

Zur Entwicklung der Fusionen im Bereich Internetwerbung sagte Marco Pierani, Chef der Abteilung Public Affairs bei Altroconsumo, einer italienischen Verbraucherorganisation und Mitglied des EU-Verbands BEUC, man befinde sich derzeit in einer Übergangsphase. Man müsse sich sicher sein, dass es noch immer Wettbewerb gebe. Man sei der Meinung, dass mehr Wettbewerb zu verbessertem Datenschutz führe.

Hintergrund : 

Mobiles Internet wird als die Zukunft des Internets erachtet. Yahoo! geht davon aus, dass in weniger als zehn Jahren die Mehrheit der Internetnutzer das Netz über ihre Mobiltelefone nutzen wird (EurActiv vom 15. Mai 2008).

Bedenken über Datenschutz im Zusammenhang mit dem Internet beziehen sich hauptsächlich auf die Nutzung von Seiten soziale Netzwerke und auf die angezeigte Werbung infolge von Suchanfragen. Letztere basiert auf dem Profil der Nutzer, das von Suchmaschinenanbietern zusammengestellt wird, indem personenbezogene Informationen wie vergangene Suchanfragen, geographischer Standort und IP-Adresse zusammengetragen werden.

Die Effektivität, mit der bestimmte Verbraucher zielgerichtet erreicht werden können, macht Suchwerbung wertvoller als herkömmliche Display-Werbung, wie Werbebanner, die sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe richten.

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