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EU plant verpflichtende Energieeffizienz-Standards für IKT [DE][en][fr

Erschienen: Freitag 22. Februar 2008

Die Kommission wird 2008 eine Reihe von Maßnahmen vorschlagen, um die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in den Bereichen Klimawandel und Energieverschwendungen zu steigern. Weiterhin gebe es Pläne zur Einführung verpflichtender Standards für das öffentliche Auftragswesens, so Viviane Reding, EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft.

Hintergrund:

Während eines entscheidenden Gipfels im März 2007 erreichten die EU-Staats- und Regierungschefs eine EinigungPdf external über verbindliche Zielvorgaben zur Senkung der Treibhausgasemissionen in der EU um 20% bis 2020 im Vergleich zum Niveau von 1990.

Die Staats- und Regierungschefs entschieden, dass dieses Ziel „unilateral“ verfolgt werden solle, auch wenn es kein internationales Abkommen zur Senkung der Treibhausgasemissionen nach 2012 – wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft – gibt.

Sie verpflichteten sich weiterhin dazu, Emissionen um 30% zu reduzieren, vorausgesetzt andere Industrienationen, die USA eingeschlossen, verpflichteten sich ebenfalls zu vergleichbaren Emissionssenkungsstrategien. Auch Schwellenländer, wie China und Indien, müssten sich an einem Abkommen für die Zeit nach 2012 beteiligten (siehe Links Dossier).

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Neue Technologien haben das Potential, zur Reduzierung des Energieverbrauchs und somit der Treibhausgasemissionen beizutragen. Auf diese Möglichkeit wird jedoch noch immer nicht in ausreichender Form zurückgegriffen. Wie die Europäische Kommission bereits in ihrem AktionsplanPdf external für Energieeffizienz im Jahr 2006 vorschlug, kann die Nutzung intelligenter Technologien für Gebäude eine entscheidende Rolle spielen, um den Verbrauch zu mindern.

IKT seien überall gegeben, aber sie würden bisher nicht ausreichend genutzt werden, um Probleme des Klimawandels anzugehen, so Kommissarin Reding während einer Konferenz beim Europäischen Wirtschaftsgipfelexternal in Brüssel. Die Konferenz beschäftigte sich mit der Frage, wie das Potential von IKT genutzt werden könne, um die Wirtschaft umweltfreundlicher zu gestalten.

Um das Problem in den Griff zu bekommen hat die Kommissarin eine Reihe von Maßnahmen für die kommenden Monate angekündigt. Die Kommission werde mit einem Dokument beginnen, welches das weitere Vorgehen vorschlagen werde. Weiterhin werde es ein Stakeholder-Forum geben, sowie abschließende Empfehlungen der Europäischen Kommission. Reding betonte, dies alles werde 2008 geschehen.

Sich auf die bevorstehenden Initiativen beziehend sagte die Kommissarin, wenn notwendig, könne man ebenfalls verpflichtende Standards für das öffentliche Auftragswesen erwägen, um eine effizientere Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zu erreichen. Sie nannte insbesondere die Notwendigkeit, den übermäßigen Verbrauch in Städten, bei Gebäuden und Fahrzeugen zu senken.

Die Kommissarin schlug weiterhin die Einführung neuer Steuern vor, um der Umweltverschmutzung ein Ende zu bereiten. Reding sagte vor den Wirtschaftsvertretern, wenn sie sagten, dass Fahrzeuge die Umwelt verschmutzten, stimmten die Menschen zu, dennoch passiere nichts. Wenn man die Steuern auf umweltverschmutzende Autos erhöhe, würden die Menschen unmittelbar reagieren und das Problem verstehen. Man müsse diese Option in Betracht wirklich ziehen.

Auf EU-Ebene ist die Frage der Besteuerung jedoch problematisch, da die Mitgliedstaaten sich dagegen widersetzen, ihre Souveränität in diesem Bereich aufzugeben.

Positionen:

IKT mache zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus. Man könne daran arbeiten, dies auf ein Prozent zu senken. Die Priorität bestehe jedoch darin, die restlichen 98% zu reduzieren, so Francesco Serafini, Vize-Präsident von Hewlett Packard für die EMEA-Region.

Craig Barrett, Vorsitzender bei Intel, sagte, die wahre Herausforderung seien die enormen Energieverbraucher, wobei IKT helfen könnten. Es sei tatsächlich eine typische anti-inflationäre Industrie, die mit der Zeit mehr Gewinne bei weniger Ausgaben einbringe. Das wahre Problem sei die Senkung des übermäßigen Verbrauchs.

Tim Cowen, Leiter des Geschäftsbereichs der British Telecom, „Kommuniziere mehr und reise weniger“ sei die Lösung. Dies bedeute, wenn Menschen sich zunehmend auf Videokonferenzen verließen, werde der enorme Rückgang an Flügen und Reisen Geld und CO2-Emissionen einsparen.

Informationstechnologien hätten im Allgemeinen einen positiven ökologischen Einfluss. Gleichzeitig enthielten sie jedoch giftige und gefährliche Inhaltsstoffe und seien weit entfernt davon, wirklich umweltfreundlich zu sein. Dies ist die Aussage eines Papiers von Lan Yi and Hywel R. Thomas der Universität Cardiff (siehe EurActiv Analyse vom 20. November 2007).

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