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EU will Medienbildung in Schulen unterrichten [DE]

Veröffentlicht 21. August 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Die Europäische Kommission will, dass die Mitgliedsstaaten Medienerziehung in den verpflichtenden Lehrplan einbeziehen, um EU-Bürger zu unterstützen, aktiver die neuen Medien zu nutzen und das Bewusstsein potentieller Risiken, etwa Störung der Privatsphäre oder versteckte Werbung, zu stärken.

"Mit den Medien zu interagieren bedeutet viel mehr, als nur einer Zeitung zu schreiben. Konsumenten können heute ihren eigenen Inhalt gestalten und neue Arbeiten machen indem sie den Inhalt einer dritten Partei verändern, sagte die die Kommissarin für Informationsgesellschaft, Viviane Reding.

"Jedoch werden es Menschen, die die neuen Medien, wie etwa soziale Netzwerke oder Digitalfernsehen nicht benutzen können, schwer finden, mit der Welt und zu interagieren an der Welt um sie herum teilzunehmen", fügte die Kommissarin hinzu.

Tatsächlich, obwohl die Abdeckung und wirtschaftliche Angebote in Europa zunehmen, bestehen einige unsichtbare Barrieren fort, die den Zugang zu moderneren Kommunikationsformen beschränken.

Fast einer von vier Bürgern, die zugeben keine Internetverbindung zu haben, sagen sie sei nicht online, da sie nicht wüssten, wie man das Internet benutze, laut einer 2008 vom Europäischen Statistikamt, Eurostat, durchgeführten Studie.

Die Kommission sieht Medienanalphabetismus als neue Form des sozialen Ausschlusses und weist daher die Mitgliedsstaaten an, die Lücken zu schließen, die durch die Entwicklung neuer Technologien zwischen Generationen und zwischen Menschen mit unterschiedlichem wirtschaftlichen und sozialen Hintergrund geschaffen werden.

Die Europäischen Verträge erlauben Brüssel nicht, direkt die Bildungspolitik zu regulieren, aber die EU-Kommission hat sich bereits als effektiv erwiesen, Mitgliedsstaaten zu überzeugen, bestimmte gesetzgebende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen anzunehmen.

Mit der Unterstützung des Europäischen Parlaments (siehe Hintergrund) hat die Kommission gestern (20.August) eine Empfehlung abgegeben, und die Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, Trainingskurse für Erwachsene über neue Medien einzuführen und Medienerziehung in den verpflichtenden Lehrplänen für junge Studenten mit einzubeziehen.

Obwohl mehr als 85% der jungen Europäer das Internet benutzen das Internet benutzen und regelmäßige Erfahrungen mit den neuen Medien haben, so wie Chats, soziale Netzwerke und Blogs, hat die Kommission vor die Jugend zu erreichen, da viele junge Nutzer die Gefahren des Webs und neuer Technologien ignorierten.

Junge Nutzer sind in der Tat am stärksten davon betroffen, schlechte Interneterfahrungen zu haben, insbesondere wegen ihres zu entspannten Verhaltens zu persönlichen Daten und ihrem geringen Bewusstseinsgrad über die Gefahren, private Informationen öffentlich bereitzustellen.

Die Empfehlung ermutigt: " mit Hilfe von Informationspaketen, die sich insbesondere an junge Menschen wenden, die Bürger darüber aufzuklären, wie personenbezogene Daten im Kontext maßgeschneiderter Angebote, insbesondere maßgeschneiderter Werbeangebote, nämlich interaktiver Annoncen unter strikter Einhaltung der bestehenden Rechtsvorschriften verarbeitet werden“,  so der Text.

Um dieses Ziel zu erreichen fordert Brüssel "eine Debatte in Gang zu setzen über die Aufnahme der Medienerziehung in die schulischen Pflichtlehrpläne".

Die Kommission möchte ebenfalls sehen, wie die Bürger von Mediennutzern zu Medienschaffenden durch Blogs, soziale Netzwerke und andere neue Formen der Kommunikation werden. „Zu den Bürgern wird immer gesprochen, aber können sie antworten? Wenn sie die Medien als einen Baustein auf eine kreative Art benutzen können, würden wir einen Schritt in Richtung einer neuen Generation demokratischer Teilhabe machen“, argumentierte Kommissarin Reding.

Dennoch ist eine stärkere Teilhabe der Bürger in der Erstellung von Medieninhalt auch ein Grund zur Sorge. Angela Mills, geschäftsführende Direktorin des European Publishers Council, warnte vor dem Risiko, voranzugehen in „Richtung eines Fast Food oder Masseninternetmediums.

Mit der Ausbreitung von Blogs und nicht kontrollierten Inhalten ist die Rolle des Journalismus in der Gesellschaft bedroht. „Viele Nachrichtenhungrige Internetnutzer – argumentierte Mills – können in der Tat gut informiert sein, aber manche, die lediglich das Netz durchstöbern und abgrasen ohne die Quellen oder Motive ihrer Informationsanbieter zu hinterfragen, können sich dies nicht leisten“, und führen zu Desinformation.

Hintergrund : 

Die Initiative der Europäischen Kommission folgt einer Forderung des Europäischen Parlaments im letzten Jahr. Europaparlamentarier haben gefordert, Studierende und Lehrende in Medienerziehung zu unterrichten (EurActiv vom 19. Januar 2008).

Die nicht bindende Erklärung, die von der slowenischen Europaabgeordneten Ljudmila Novak vorgebracht wurde und von der Versammlung im Dezember 2008 angenommen wurde, „betont die Tatsache, dass Medienerziehung (…) stärker gefördert werden sollte und empfiehlt, dass Medienerziehung einen integralen Teil des Lehrplans auf allen Schulebenen bilden sollte, und dass Medienerziehungsmodule für Lehrende und ältere Leute angeboten werden sollten.“

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