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25. November 2009
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EU will Mobilfunkeinnahmen für Investitionen in Glasfasernetze zu nutzen [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 4. Februar 2009   

Die Europäische Kommission verlangt von den nationalen Telekommunikationsunternehmen, die Gebühren, welche die Anbieter einander für Anrufe und Textnachrichten (SMS) berechnen, drastisch zu kürzen, um Investitionen in optische Glasfasernetze zu fördern, durch die das Hochgeschwindigkeitsinternet gestützt wird.

“Ein Unternehmen, das in den Mobilfunksektor investiert kann heute einen 10-mal höheren Ertrag erwarten als ein Unternehmen, das in Festnetzkommunikation investiert. Das ist einer der Gründe, der den Einsatz von Glasfasernetzen verhindert“, erklärte ein mit den Unterlagen vertrauter Beamter der Kommission, gegenüber EurActiv.

Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, werde Brüssel im April oder Mai einen Plan zur Reform des aktuellen Systems der Quersubventionierung des Mobilfunks ausarbeiten, sagte der Beamte.

Tatsächlich berechnen Mobilfunkbetreiber sehr hohe Gebühren für Anrufe, die von den Netzen der konkurrierenden Unternehmen ausgehen. Nach Schätzungenexternal der Kommission, verlangen die Netzbetreiber pro Anruf ein so genanntes Zustellungsentgelt der Mobilfunkbetreiber von durchschnittlich 9 Cents. Diese Gebühr beeinflusst indirekt die Preise für die Konsumenten, die dadurch mehr zahlen müssen wenn sie ein Mobiltelefon anrufen, als wenn sie eine Festnetznummer erreichen möchten. Bei Festnetznummern liegt die durchschnittliche Gebühr bei nur mehr 1 Cent, was sehr günstigen und teilweise sogar kostenfreien Telefonate erklärt.

“Dieses System wurde zwar eingeführt um die Entwicklung der Mobilfunktechnologie voranzutreiben, ist bei einer Marktdurchdringung von 120% in Europa aber überholt“ zitierte er eine noch unveröffentlichte Studie zur Marktdurchdringung von Mobiltelefonen, die im März offiziell von der Kommission präsentiert werden wird.

Brüssel wird dazu aufrufen die Methode zu überprüfen, nach der das  Zustellungsentgelt der Mobilfunkbetreiber momentan berechnet wird. Es wird erwartet, dass dieser Schritt die Gebühren von 9 Cent auf bis auf zwischen 1,5 und 3 Cent senken wird. Nationale Aufsichtsbehörden werden aufgefordert das System bis 2012 einzuführen. Behörden denen weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, wie es in einigen osteuropäischen Mitgliedstaaten der Fall ist, wird die Frist bis 2014 gesetzt werden. Diese Empfehlung ist zwar nicht bindend, aber von großer politischer Bedeutung.

Das Zustellungsentgelt der Mobilfunkbetreiber ist ein sehr heikles Thema für die Mobilfunkanbieter, die fallende Einnahmen erwarten, falls die Maßnahme durchgesetzt werden sollte. Dies erklärt, warum die Kommission entschieden hatte den Entwurf der EmpfehlungPdf external zu verändern und die Umsetzungsfrist auf 2012 zu verschieben. Ursprünglich war die Frist auf Ende 2011 angesetzt. Als Zugeständnis an die Mobilfunkbetreiber wurde die Obergrenze für akzeptable Gebühren von 2,5 auf 3 Cent angehoben. Weitere Zugeständnisse werden nicht ausgeschlossen.

Eine StudiePdf external , in Auftrag gegeben von führenden europäischen Netzbetreibern zeigt, dass die Kürzung von Handelspreisen nicht unbedingt zu niedrigeren Verbraucherpreisen führt. Die Verbraucherpreise könnten, durch die Möglichkeit des Rückgangs der Marktdurchdringung, sogar steigen.

Wie wichtig ist Glasfaser?

Jetzt spannt Brüssel den Bogen im Kampf gegen die Anschlussgebühren im Mobilfunk aber wieder. Sie zu kürzen, wird argumentiert, würde dabei helfen Geld für die großen Investitionen zu sammeln, die notwendig sind um Europa mit Netzwerken der nächsten Gerneration (NGNs) auszustatten. NGNs basieren auf optischen Fasern, die Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und damit verschiedene neue Dienstleistungen, die von anspruchsvollen Anwendungen für Telearbeit bis zu hoch auflösendem Fernsehprogramm reichen ermöglichen.

Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt, dass Europa 300 Milliarden Euro investieren muss um die alten Kupferkabel durch Glasfasernetzwerke zu ersetzen.

Allerdings muss ein angemessenes Geschäftsmodell zur Regulation solcher Investitionen erst noch klar definiert werden. Die EU-Institutionen sind im Moment dabei über das Niveau der Ausgleichszahlungen für die privaten Unternehmen, die die Investitionen tätigen, zu debattieren (EurActiv vom 28. November 2008). Der jüngste Vorschlag wies darauf hin, Geld aus dem Mobilfunksektor herauszunehmen. Dennoch bleiben die Fragen über die Notwendigkeit solche Maßnahmen zu verhängen offen, weil sie oft nur Unternehmen betreffen die sowohl Festnetz- als auch Mobilfunkleistungen entwickelt haben. Zudem bleibt die Hauptfrage, wie sie von einem EU Abgeordneten gestellt wurde, ob es wirklich eine Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsnetzwerken gibt, unbeantwortet. Japan, sagte er, erfreue sich nun schon seit mehr als zehn Jahren an der vollen Abdeckung durch Hochgeschwindigkeitsnetzwerke. Jedoch werde das Netzwerk immer noch kaum benutzt, die Abonnementraten lägen unter 50%. Währendessen erklären Kritiker in Europa bereits jetzt, dass einige der bereits installierten Glasfasernetzwerke eine deutlich zu geringe Auslastung haben. 

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