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Die Europäische Kommission werde ein neues Dokument vorlegen, das darauf abziele, die Ausbreitung des mobilen Fernsehens in Europa „in wenigen Wochen“ zu ermöglichen, sagte EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft Viviane Reding in einem Interview mit EurActiv. Sie sprach sich für die Werbung auf Mobiltelefonen aus, warnte allerdings vor den Gefahren mit Blick auf die Verletzung des Datenschutzes.
Brüssel drängte die europäische Wirtschaft, die Gelegenheit zu ergreifen, die die Olympischen Spiele in China und die Fußball-Europameisterschaft im Sommer letzten Jahres geboten hätten, neue nationale Mobil-TV-Dienste anzubieten (EurActiv vom 2. April 2008).
Die Erwartungen waren hoch, da der Verbreitungsgrad von Mobiltelefonen in Europa im Schnitt 111% beträgt und der Fernsehmarkt während wichtiger Sportereignisse exponentielle Wachstumsraten verzeichnen kann. Allerdings wurden die neuen Dienste nicht in großem Umfang von den europäischen Nutzern angenommen. Die Wirtschaft sei nicht vorbereitet gewesen, kommentierte Kommissarin Reding.
Zur Zeit sind Mobil-TV-Dienste, die auf dem von der Kommission unterstützten Standard-DVB-H-Dienst basieren (EurActiv vom 18. März 2008), lediglich in Italien, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz verfügbar. Frankreich und Finnland werden die neuen Dienste voraussichtlich als nächste einführen, so Kommissarin Reding.
Um die Verbreitung des Mobilfernsehens in Europa weiter voranzutreiben, wolle die Kommission „innerhalb der nächsten paar Wochen“ eine Mitteilung veröffentlichen, meinte die Kommissarin. Die Initiative solle klare Leitlinien für die Wirtschaftszweige, die an dieser Unternehmung beteiligt seien, bereitstellen, erklärte sie. Außerdem solle mit der Initiative die Zusammenarbeit zwischen den Sendern und Telekommunikationsanbietern vereinfacht werden, um ihnen aus dem Konflikt zu helfen, der bisher Bestandteil des Dialogs war.
Reding schloss nicht aus, dass Werbung im Mobilfernsehen gemacht werden könne, damit die Wirtschaft bei der Investition in neue Dienste unterstützt werden könne. Reding warnte aber auch, dass Bedenken bezüglich des Datenschutzes aufkommen könnten. Bei einer Konferenz in Brüssel, die von ACT
, der Vereinigung kommerzieller Fernsehsender in Europa ausgerichtet wurde, versicherte sie, dass es kein neues Werbeverbot geben werde. Sie sagte der Wirtschaft allerdings auch, dass auf diesem Gebiet Koregulierung und Selbstregulierung eine sehr wichtige Rolle spielten. Wer auf diesem Gebiet voranschreiten wolle, solle die Initiative bei der Selbstregulierung ergreifen, sprach sie zu einem Publikum aus Vertretern von europäischen Fernseh- und Rundfunksendern.
Im Interview wiederholte sie auch, dass sie streng gegen die BT (British Telecom) im berüchtigten Rechtsfall PHORM
vorgehen werde und warnte andere Unternehmen vor den rechtlichen Konsequenzen, die sie riskierten, wenn sie ohne vorherige Zustimmung der Nutzer zielgruppenorientierte Werbung verbreiteten.
Die Kommission betrachtet das Mobilfernsehen nicht nur als Geschäftsmöglichkeit, sondern auch als Möglichkeit die Ausstrahlung von grenzüberschreitenden Fernsehsendungen zu erhöhen. Sollten sich die Menschen daran gewöhnen, ihre Mobilfunkgeräte zum Fernsehen zu nutzen, würde es immer normaler werden, dies auch im Ausland zu tun. Eine solche Entwicklung könnte dann für die Entwicklung wahrhaft europäischer Sender und Sendungen sorgen (EurActiv vom 20. Mai 2008).
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