ThemenRubriken
MiniRubriken
Trotz des EU-weiten Spam-Verbots stammt ein Drittel des weltweiten Spams aus der EU. Die Kommission will nun die geltenden Vorschriften besser durchsetzen.
Nach Schätzungen sind 54 bis 85% der 6 Milliarden täglich versandten E-Mails Spam. In der Geschäftswelt, wo E-Mail-Adressen kaum geheim gehalten werden können, machen Spams heute sogar 90% des E-Mail-Verkehrs aus – im Vergleich zu noch 70% vor fünf Jahren.
Der weltweit verursachte Schaden, der durch die gesunkene Arbeitsproduktivität und die gesunkene Computerleistung durch Spam sowie die Kosten für die Anschaffung und Unterhaltung von Filtersoftware entsteht, beläuft sich auf jährlich etwa 39 Mrd. Euro. Allein in Deutschland wurden für das Jahr 2005 Kosten von 3,5 Mrd. Euro veranschlagt.
In der EU wurde im Jahr 2002 im Rahmen der Datenschutzrichtlinie
für elektronische Kommunikation das „opt-in-Prinzip“ eingeführt, das besagt, dass „die Verwendung von automatischen Anrufsystemen ohne menschlichen Eingriff (automatische Anrufmaschinen), Faxgeräten oder elektronischer Post für die Zwecke der Direktwerbung nur bei vorheriger Einwilligung der Teilnehmer gestattet werden [darf]”. Spam, das als „unerbetene Werbenachrichten“ definiert wird, wurde durch diese Richtlinie verboten. Dies gilt für alle E-Mails, die die wahre Identität des Absenders vertuschen wollen. Die Mitgliedstaaten sind zur Handhabung des Verbots verpflichtet.
Dennoch stammen nach neuen Zahlen
32% der weltweiten Spams aus der EU, wobei 6,3% der Spams aus Frankreich, 5,8% aus Spanien, 4,8% aus Polen und 4,3% aus Italien versendet werden. Asien liegt mit einem Spamanteil von 34,1% knapp vor der EU, aus Nordamerika kommen 24,2% der weltweiten Spams.
Die Versender von Spams, so genannte Spammer, bedienen sich verschiedener Mittel, um die Anti-Spam-Software auszutricksen. In letzter Zeit werden verstärkt Fotospams verschickt, die bereits ein Drittel der gesamten Spams ausmachen. Die Spams werden zudem immer tückischer, indem verstärkt auch die Bank- oder Kreditkartendaten von Internetnutzern ausspioniert werden. Immer häufiger „entführen“ die Spammer Computer, indem sie die PCs mit Schadsoftware („malware“) infizieren, wodurch der Benutzer die Computersysteme nicht mehr selbst bestimmt benutzen kann und von seinem PC („zombies“) Spams verschickt werden, ohne dass die wahre Identität des Spammers nachverfolgt werden kann. Über solche „Botnets“ werden mehr als 50% der Spamnachrichten verschickt.
Die Kommission hat am 15. November 2006 eine Mitteilung
zur Bekämpfung von Spam, Späh- und Schadsoftware angenommen. Die Durchsetzung der existierenden Gesetzgebung wird dabei als entscheidender Schritt für die Reduzierung von Spam identifiziert.
Als positive Beispiele werden Finnland und die Niederlande genannt, wo der Anteil der Spams am E-Mail-Verkehr von 80% auf 30% durch die strenge Umsetzung von Anti-Spam-Gesetzen reduziert werden konnte. Die Kommission hat insbesondere den geringen Mitteleinsatz – fünf Arbeitnehmer und Investitionen von 570.000 Euro in neue Anti-Spam-Werkzeuge/Instrumente – genannt, der nötig war, um in der niederländischen Regulierungsbehörde OPTA
die Spambelastung deutlich zu reduzieren.
Andere Länder, vor allem die fünf EU-Mitgliedstaaten, die auf der Liste
der Länder weltweit genannt werden, aus denen die meisten Spams verschickt werden, haben bisher wenig oder teilweise noch gar nichts unternommen, um gegen Spams vorzugehen.
Die Kommission benennt als Erfolgsfaktoren zur Bekämpfung des Spams:
Diese Maßnahmen sollen nach Auffassung der Kommission „insbesondere auf „professionelle“ Spammer und Phisher und auf die Verbreitung von Späh- und Schadsoftware abzielen”. Die Kommission kritisiert, dass die genannten Erfolgsfaktoren derzeit noch nicht in allen Mitgliedstaaten erfüllt sind.
Die Kommission hat in ihrer Mitteilung auch daran erinnert, dass einige Aktionen von Spammern, wie die Schaffung so genannter Zombies oder Botnets und die Programmierung von betrügerischen Webseiten, durch die Endnutzer dazu verleitet werden sollen, sensible Daten preiszugeben („Phishing“), unter das Strafrecht fallen.
Die Kommission kritisierte: „Bisher hat die zunehmende Verflechtung der strafrechtlichen und administrativen Aspekte von Spam und anderen Bedrohungen noch nicht zu einem entsprechenden Ausbau der Kooperationsverfahren in den Mitgliedstaaten geführt, die eine Bündelung der technischen und der Ermittlungskompetenzen der verschiedenen Stellen ermöglichen würde.”
Die Kommission hat die Mitgliedstaaten und ihre zuständigen Behörden aufgefordert:
Die Kommission fordert die Unternehmen auf:
E-Mail-Diensteanbieter sollen
Die Kommission hat zudem zugesagt: