Die Kommission würde jeden Schritt in Richtung einer wahren Interoperabilität begrüßen. Nichtsdestotrotz nehme die Kommission zur Kenntnis, dass die heutige Ankündigung mindestens vier früheren Äußerungen Microsofts über die Wichtigkeit von Interoperabilität folge, so der Inhalt einer Pressemitteilung in eher kühlem Tonfall der europäischen Kartellbehörde vom 21. Februar 2008 (siehe Links Dossier).
Während einer Konferenz kündigte Steven A. Ballmer, Vorstandvorsitzender bei Microsoft, an, als einen ersten Schritt werde der IKT-Riese 30 000 Seiten technischer Dokumentation veröffentlichen, die erkläre, wie die Software von Microsoft interagiere. Diese Informationen waren bisher vollständig geheim gehalten worden.
Zu diesem Schritt kam es infolge enormen Drucks der Kartellbehörden, die bemüht waren, die dominante Stellung von Microsoft auf mehreren Software-Märkten zu brechen. Als eine Maßnahme haben die Kartellbehörden mehrfach vorgeschlagen, dass der IT-Riese einige seiner technischen Daten offen legen solle, um Wettbewerbern zu ermöglichen, kompatible Produkte zu entwickeln.
Die Europäische Kommission nannte die jüngste Ankündigung einen Vorschlag von „Grundsätzen“. Man müsse jedoch abwarten, ob dies das Ende von Gesetzesübertretungen bedeute und ob diese Versprechungen tatsächlich in die Tat umgesetzt würden.
Zudem hieß es in der Stellungnahme der Kommission, die Ankündigung beziehe sich nicht auf die Frage, ob Microsoft in der Vergangenheit die EU-Kartellgesetze befolgt habe. Daher würden die Untersuchungen weiter fortgesetzt werden, auch wenn dies nicht bedeute, dass die Kommission über Beweise von Gesetzesübertretungen verfüge, so die Pressemitteilung.



