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Wenn das Kaufangebot Microsofts für Yahoo zu einer Einigung zwischen den Vorständen der beiden IT-Riesen führt, stehen die Wettbewerbsbehörden weltweit – nach der vorgeschlagenen Fusion von Google und DoubleClick – vor einem neuen komplexen Problem im Bereich Internet.
Am Freitag (01. Februar 2008) hat Microsoft 44,6 Milliarden US-Dollar (30,1 Milliarden Euro) für den Kauf von Yahoo – der zweitgrößten Suchmaschine weltweit – geboten
. Wenn das Vorhaben voranschreitet, wird es eines der größten Technologieabkommen jemals sein und zwei der drei Suchmaschinenanbieter mit beträchtlichem weltweitem Einfluss vereinigen.
Google wird weiterhin der weltweit größte Anbieter bleiben und wird den größten Anteil an den Gewinnen aus gesuchter Werbung erhalten. Die mögliche Fusion könnte jedoch einen Konkurrenten schaffen, der die zunehmende Dominanz Googles unterdrücken könnte.
Wenn das Geschäft abgeschlossen ist, muss die Europäische Kommission die Schaffung des Duopols auf dem bereits ohnehin eingeschränkten Suchmaschinenmarkt prüfen.
Vor diesem Hintergrund wird es laut Hans Friederiszick vermutlich zu zwei alternativen Möglichkeiten kommen. Friederiszick ist ehemaliges Mitglied des Teams des Chefökonomen der GD Wettbewerb und derzeit Geschäftsführer der Abteilung für Wettbewerbsanalyse der European School for Management and Technology in Berlin (ESMT
).
Laut Friederiszicks könnte Brüssel entweder das Vorhaben stoppen, mit der Begründung, es werde dem Wettbewerb schaden. Oder der Plan könnte akzeptiert werden, um einen wahren Wettbewerb auf einem Markt zu ermöglichen, der zunehmend von einem einzigen Akteur dominiert wird.
Die Behörden könnten die Auffassung vertreten, dass die vorgeschlagene Fusion sich positiv auf den Wettbewerb auswirken könnte, indem ein Unternehmen geschaffen würde, das die Stärke und den Einfluss hätte, um in effektiverer Form mit Google in um die Marktstellung konkurrieren zu können, so Friederiszick .
Dies wäre eine Entscheidung, die Google nicht gezwungenermaßen ablehnen würde. Sie könnte laut Friederiszick in der Tat der weltweit führenden Suchmaschine ermöglichen, zu sagen, dass ein gleichstarker Akteur ihr ihre dominante Position streitig machen könnte. Googles Angebot für DoubleClick könnte nun vor dem Hintergrund dieser vollkommen neuen Marktlandschaft geprüft werden (EurActiv vom 14. Januar 2008 und vom 22. Januar 2008).
Friederiszick spekulierte, ein Hindernis für die Genehmigung der vorgeschlagenen Fusion könnte die Beziehung zwischen der Europäischen Kommission und Microsoft sein, nachdem der Konzern die Verknüpfung seiner Programme strategisch genutzt und ausgenutzt habe. Nach dem die Kommission das Unternehmen aus Seattle bereits für sein wettbewerbswidriges Verhalten bestraft hatte, hat sie im Januar 2008 einen neue, weitreichende Untersuchung in die Wege geleitet. In letzterer ging es darum, ob eine Reihe von Microsoft-Produkten mit den EU-Wettbewerbsregeln in Einklang steht. Zu den betroffenen Produkten zählen beispielsweise der Internet Explorer als auch die E-Mail-Dienste von Microsoft (EurActiv vom 15. Januar 2008).
Ein weiteres Problem, das durch die mögliche neue Fusion aufgeworfen wird, ist die Bedeutung der Zusammenarbeit der beiden mächtigsten Wettbewerbsbehörden – der Europäischen Kommission und der US-Kartellbehörde. Friederiszick sagte, es wäre wünschenswert, dass die amerikanische und die europäische Behörde in diesem Fall zusammenarbeiteten, auch wenn dies eine unheimliche Herausforderung sei.
Die Google-DoubleClick-Fusion ist bereits von der US-Kartellbehörde genehmigt worden. Sie wartet jedoch noch auf grünes Licht aus Brüssel. Dem ähnlich sei, so Friederiszick, die mögliche Fusion von Microsoft und Yahoo ein internationales Geschäft, wobei die wettbewerbsrechtlichen Aspekte gemäß verschiedener und sehr unterschiedlicher Rechtssysteme beurteilt werden müssten. In den vergangenen Jahren seien hier jedoch enorme Fortschritte gemacht worden.