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29. November 2009
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Neue EU-Telekombehörde: Abgeordnete bewerten künftige Aufgabe [DE][en

Erschienen: Donnerstag 6. März 2008   

Die von der EU vorgeschlagene EU-Telekommunikationsbehörde wird für die Sicherheit von Kommunikationsnetzen zuständig sein. Grund hierfür sei die zunehmende Zahl von Angriffen in einem Bereich, in dem Europa bisher nicht ausreichend geschützt sei. Gestern (5. März 2008) hat Viviane Reding, Kommissarin für die Informationsgesellschaft, ihren Vorschlag gegen neue kritische Stimmen aus den Reihen der Fraktion der EVP-ED, der größten politischen Gruppierung im Europäischen Parlament, verteidigt.

Hintergrund:

Die Kommissarin für die Informationsgesellschaft, Viviane Reding, legte im November 2007 ihre Pläne für die Überarbeitung der Telekommunikationsbranche vor. Die Schaffung einer neuen Behörde ist einer der Vorschläge, die zur Diskussion stehen (siehe unser Links Dossier).


Das neue Organ soll die Gruppe Europäischer Regulierungsstellen (ERG) ersetzen, welche die nationalen Behörden vereinigt. Das Mandat der EU-Agentur ENISA, die sich derzeit mit der Sicherheit von Telekommunikationsnetzen beschäftigt, soll mit der Übergabe ihrer Aktivitäten an die geplante neue Behörde enden.

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Weitere Nachrichten:

Die Internetangriffe auf die strategische elektronische Infrastruktur Estlands im Frühjahr 2007, für die noch kein Schuldiger gefunden wurde, haben die Aufmerksamkeit der europäischen Behörden hinsichtlich der Sicherheit von Telekommunikationsnetzen erhöht (see EurActiv 13/02/08).
Wie die Angriffe in Estland zeigten, sind Netzwerke heute unabdingbar für grundlegende Dienstleistungen für Bürger, wie Bankgeschäfte oder Informationsbeschaffung. Ihr plötzlicher Zusammenbruch erzeugt Panik in der Bevölkerung, die mit einem tatsächlichen terroristischen Angriff vergleichbar ist. 
Angriffe würden auch in Zukunft verübt werden, so Kommissarin Reding während einer Anhörung, die im Europäischen Parlament von der Europäischen Volkspartei veranstaltet worden war. Sie seien bereits verübt worden und würden noch zunehmen. 
Um die zunehmenden Bedenken zu zerstreuen, schlug die Kommissarin vor, die Rolle der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA), die zur Zeit für die Sicherheit der Kommunikationsnetze zuständig ist, zu stärken.

ENISA hat ihre Arbeit im September 2005 aufgenommen; ihr Mandat läuft bis 2009. Die Aufgabe der Agentur besteht in der Unterstützung der EU-Institutionen und Mitgliedstaaten in Fragen, die mit der Sicherheit von Informationsnetzen zusammenhängen. Dabei soll ENISA beraten, Empfehlungen vorbringen sowie Datenanalysen durchführen.

Für ENISA arbeiten 44 Angestellte. Die Agentur hat ein Jahresbudget von etwa acht Millionen Euro. In einer MitteilungPdf external vom Juni 2007 betonte die Kommission die Probleme der Agentur, die mit deren Organisationsstruktur, der verschiedenartigen Qualifikationen und der Größe des Teams sowie mit logistischen Schwierigkeiten zusammenhängen.

Aufgrund dessen möchte Reding die Aufgabenbereiche der Agentur in der geplanten EU-Behörde zusammenführen. Schätzungsweise 134 Mitarbeiter sollen in der Behörde arbeiten, sie soll ebenfalls mit Regulierungsfragen betraut werden, und das anfängliche Jahresbudget soll zehn Millionen Euro betragen. Letzteres soll jedoch nach drei Jahren auf 28 Millionen Euro aufgestockt werden. Die Zusammenführung soll 2011, wenn eine vorläufige Verlängerung des Mandats von ENISA endet, vorgenommen werden.

Positionen:

Viviane Reding, Kommissarin für die Informationsgesellschaft, verteidigte ihre Vorschläge, die eine Zusammenführung von sicherheitsbezogenen und regulierenden Aufgaben der neuen Behörde vorsehen. Sie sagte, dies werde effizienter und wirtschaftlich gesehen sinnvoller sein.

Die Kritik an der geplanten Behörde nimmt jedoch zu. Die Mitglieder der EVP-ED riefen gestern die Kommissarin auf, alle Alternativen zu erwägen, die das derzeitige System verbessern könnten, ohne jedoch ein neues EU-Organ zu gründen.

Nachdem bereits die nationalen Regulierungsbehörden, die Mitgliedstaaten, etablierte Betreiber und die sozialdemokratische Fraktion im Parlament ihre Kritik geäußert haben, hat die Behörde nun auch die Ablehnung von UNI-Europa Telecom, dem Gewerkschaftsverband, die eine Million Arbeiter des Telekommunikationssektors Europas vertritt, auf sich gezogen.

In einer Pressemitteilungexternal , die der Verband infolge des Treffens vorlegte, heißt es, UNI stehe dem Schritt in Richtung einer Harmonisierung der Regulierungspraktiken nicht ablehnend gegenüber. Es blieben jedoch viele Fragen hinsichtlich der Rolle der neuen Behörde unbeantwortet. Zu diesen zählten Verhältnismäßigkeit, Subsidiarität, ihre Rolle bei nationalen Marktanalysen sowie der zusätzliche Wert der derzeitigen Funktionsweise der ERG. 
 

Nächste Schritte:

  • 6. Mai 2008: Debatte über Berichtsentwürfe zur Revision des Telekommunikationssektors im Parlamentsausschuss Industrie, Forschung und Energie (ITRE).
  • 3. Juni 2008: Vorlage der Ergänzungsanträge zu den Berichten.
  • 26. Juni 2008: Der Parlamentsausschuss Industrie, Forschung und Energie stimmt über die Berichte ab.
  • 7. bis 11. Juli 2008: Abstimmung der ersten Lesung im Europäischen Parlament.

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