Am 22. Oktober 2007 hat Kroes angekündigt, dass, in Hinblick auf die Einhaltung von Entscheidungen, ab dem heutigen Tag die wichtigsten Fragen geklärt seien. Die Bedingungen einer Einigung mit der Kommission betreffen:
Dialogfähigkeit von Informationen über Arbeitsgruppenserver: Kroes sagte, Microsoft habe im Wesentlichen die Verpflichtung respektiert, vollständige und genaue technische Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Sie betonte, dass die Verpflichtung von Microsoft, seine Protokolle zu dokumentieren, jedoch fortwährender Natur sei – die Dokumentation müsse erhalten bleiben, während die Produkte entwickelt würden und es könnten neue Fragen entstehen, wenn diese einmal von den Entwicklern genützt würden.
Die Kommission ist der Meinung, dass die Lizenzgebühren für diese Informationen, die notwendig seien, um Produkte zu entwickeln, die mit Unternehmensservern kompatibel seien, die das Betriebssystem Microsoft verwendeten, ungerechtfertigt teuer seien. Microsoft hatte 5,95% der Gewinne aus Produkten gefordert, wenn die entsprechende Information Patente einschloss, sowie 2,98%, wenn keine Patente involviert waren. Diese Gebühren wurden nun auf 0,4% im ersten Fall bzw. eine einmalige Zahlung von 10 000 Euro in letzterem Fall herabgesetzt.
Microsoft hat nun akzeptiert, dass Konzessionsinhaber das Recht auf wirksame Beschwerden (einschließlich Schadensersatz) vor dem Hohen Gerichtshof in London haben, wenn die von Microsoft zur Verfügung gestellte Information unvollständig oder ungenau ist.
Entwickler von Open Source Software: Microsoft hatte es abgelehnt, Programmierer, die hinter Open-Source-Projekten stehen, wie beispielsweise das Betriebssystem Linux, der Browser Mozilla Firefox oder der Server Apache, mit Informationen zur Dialogfähigkeit zu versorgen. Das Unternehmen begründete dies mit der Sorge, dass die entsprechenden Informationen dann für Jedermann verfügbar gemacht würden.
Kroes sagte, Microsoft werde diese Informationen nun zur Verfügung stellen, einschließlich Lizenzbedingungen, die es jedem Empfänger der entsprechenden Software ermöglichen, diese zu kopieren, zu modifizieren und erneut auszuliefern, entsprechend dem Geschäftsmodell für Open Source Software. Kroes fuhr fort mit den Worten, sie habe Microsoft gesagt, es solle Programmierern, die dabei behilflich seien, Open Source Software zu entwickeln, Rechtsicherheit gewähren. Weiterhin solle das Unternehmen seine Patentstreitigkeiten auf kommerzielle Software-Händler und Endverbraucher beschränken. Microsoft, so Kroes, werde nun zusichern, dem nachzukommen.



