ThemenRubriken
MiniRubriken
Senior Manager, European Electricity Policy
Senior Manager, European Regulation
EU Affairs - Online Media Sales Manager
Senior Media Officer / Head of Press relations Team
Policy advisor Economics and Finance
Consultant (Scientist) - EU FP7 Project 'SafeWind'
Psychiatrist, Public Health Expert or Clinical Psychologist
Energy Engineers and Economists (fixed-term contract)
Stellenangebot registrierenDie vorgeschlagenen, neuen Regeln für den Umgang mit Daten bei elektronischen Diensten haben im Europäischen Parlament einen Streit ausgelöst, der die endgültige Abstimmung über das Telekommunikationspaket hinauszögern könnte.
Im November 2007 schlug die Europäische Kommission eine umfassende Überarbeitung der Regelungen für die elektronische Kommunikation in der EU vor – das so genannte „Telekommunikationspaket“. Die Vorschläge enthalten eine Aktualisierung der Richtlinie
über „die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation)“ (siehe LinksDossier).
Mehrere Parlamentsausschüsse sind in das Dossier zu Datenschutz involviert; zwei jedoch haben eine verbindliche Stimme bei der Erarbeitung des endgültigen Textes des Europäischen Parlaments: der Ausschuss für den Binnenmarkt und der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten.
Der Rat wird vermutlich im November, noch unter französischer EU-Ratspräsidentschaft, seine endgültige Meinung zur Frage abgeben.
In der endgültigen Abstimmung
im Parlamentsausschuss für den Binnenmarkt (IMCO) diese Woche über Teile des Telekommunikationspakets, die in dessen Zuständigkeitsbereich fallen, sollte der Ausschuss eine Stellungnahme des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten vom Juni einbeziehen.
Die Arbeit der beiden Ausschüsse zu diesen Angelegenheiten wird durch das Verfahren der „verstärkten Zusammenarbeit“ miteinander in Verbindung gebracht. Dieses Verfahren wird angewendet, wenn ein Thema in den Zuständigkeitsbereich verschiedener Parlamentsausschüsse fällt.
Doch trotz der üblichen Praxis, dass Beiträge der assoziierten Ausschüsse automatisch in den endgültigen Text aufgenommen werden, erklärten einige Abgeordnete des IMCO-Ausschusses in diesem Fall, sie könnten eventuell die Änderungsanträge des LIBE-Ausschusses nicht akzeptieren.
Hinter dieser ungewöhnlichen Ablehnung steht die Absicht des LIBE-Ausschusses, die Verarbeitung elektronischer Daten durch jede „natürliche oder juristische Person“ und ohne Zustimmung des Nutzers zu erlauben, wenn dies aus Sicherheitsgründen notwendig ist. Die sozialdemokratischen und grünen Abgeordneten des IMCO-Ausschusses sind jedoch hiermit nicht zufrieden.
Datenverkehr bedeutet den Austausch verschiedener Informationen, die von vielen als privat erachtet werden, insbesondere IP-Adressen (die erste Quelle der Identität in der Welt des Internets) und Informationen, die mit Dauer, Zeit, Umfang und Herkunft elektronischer Kommunikation im Zusammenhang stehen.
Der LIBE-Ausschuss ist der Meinung, dass Anbieter elektronischer Dienste Daten verarbeiten müssten, um die Sicherheit ihrer Dienstes und des Netzwerks sicherzustellen und zu verbessern. Er sagt, die Sicherheit bei der Übertragung von Überweisungen oder Patientenakten könnte ohne Klärung und verbesserte Einheitlichkeit dieses Verfahrens in den Datenschutzregeln in der EU gestört werden.
Der IMCO-Ausschuss teilt diese Meinung nicht; er wird folglich vermutlich fordern, dass die Abstimmung über das Telekommunikationspaket im Plenum aufgeschoben wird. Derzeit ist geplant, dass sie in der ersten Woche im September stattfindet.
Die Bürgerrechtsorganisation ‚Squaring the Net’ sagte, die Änderung des LIBE-Ausschusses stelle eine wesentliche Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten und der Privatsphäre dar, da sie es Unternehmen ermöglichen würde, die elektronische Kommunikation der Nutzer aus der Ferne ohne deren Einverständnis zu kontrollieren. Sie fügt hinzu, dass eine solche Maßnahme den Weg für den Einsatz von Technologien, die in die Privatsphäre des Kunden eingriffen, ebne.
Ein Sprecher des IMCO-Ausschusses sagte, einige Europaabgeordnete seien sich nicht sicher, ob man die Änderungsanträge annehmen werde, die der LIBE-Ausschuss vorgeschlagen habe und betonte, dass es Probleme geben könnte und man eventuell mehr Zeit benötige.
Die grüne Europaabgeordnete Heide Rühle sagte
, dass es dem Ausschuss für den Binnenmarkt nicht gelungen sei, die schlecht durchdachte Abstimmung des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten vom Juni, der es jeder natürlichen oder juristischen Person erlaube, personenbezogene Daten zu verarbeiten, zu berücksichtigen.