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Barrosos Plan für „kluge Regulierung“: KMU noch unüberzeugt

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Veröffentlicht 12. Oktober 2010, aktualisiert 23. Dezember 2011

Der jüngste Versuch der Europäischen Kommission, sich der Verbesserung der EU-Gesetzgebung anzunehmen, wurde am Freitag (8. Oktober) in einem Dokument veröffentlicht. Jedoch sagen Kritiker, die Tatsache, dass es die Kommission versäumt habe, Schwachstellen in der Folgeneinschätzung, die der Europäische Rechnungshof dargelegt habe, anzugehen, deute darauf hin, dass die Reform an Dynamik verliere.

„Kluge Regulierung“ wurde auf den ersten Rang der EU-Prioritätenliste verschoben, als der Kommissionspräsident, José Manuel Barroso, ein Versprechen abgab, die Qualität und Relevanz der EU-Gesetzgebung zu verbessern, als er sein Amt antrat.

Die Vorschläge weisen auf drei Bereiche zur Handlung hin, um die Ziele der EU des intelligenten, nachhaltigen und sozial gerechten Wachstums besser zu erreichen, die in der „Europa 2020“-Strategie genannt werden, unter anderem die Reduktion der Verwaltungslast für KMU.

Einem jüngst veröffentlichten Bericht zufolge, den der Europäische Rechnungshof herausgab, hat es die Kommission bislang versäumt, den Prinzipien der klaren Zielsetzungen, der Transparenz und der Rechenschaftspflicht die nötige Rechnung zu tragen.

Die Kritiker weisen darauf hin, dass die Änderungen das Risiko eingehen würden, rein kosmetischer Natur zu sein, wenn man keine Prioritäten für die Analyse setze. KMU-Interessenvertreter beklagen, dass die Vorschläge zur „klugen Regulierung“ noch immer konkrete Maßnahmen vermissen lassen, um das Prinzip des „Think Small First“ (zuerst an die KMU-Dimension denken) zu verwirklichen. Dieses Prinzip soll dabei helfen, dass zuerst die Auswirkung eines Gesetzesentwurfs auf die kleinsten Firmen in Betracht gezogen wird.

Arnaldo Abruzzini, Präsident von „Eurochambres“, des europäischen Verbands der Handelskammern, bedauerte, dass es der Ausschuss für Folgenabschätzung der Kommission in 89 Prozent der Fälle im Jahr 2009 nicht geschafft hatte, die Kosten und die Vorteile von Regulierungen für KMU in Zahlen zu benennen.

Der gesamte politische Zyklus, von der Konsultation bis zur Folgenabschätzung, wird von den neuen Vorschlägen der Kommission anvisiert. Es soll sichergestellt werden, dass Beweismaterial für die Untersuchung der Gesetze ins Zentrum des Entwurfs neuer und überarbeiteter Gesetze gestellt wird.

Indem er intelligente Regulierung als eine geteilte Verantwortung beschrieb, versprach Präsident Barroso, mit den Mitgliedsstaaten zusammenzuarbeiten, um eine strengere Umsetzung der Gesetze zu garantieren. Eine „Vergoldung“ der Gesetze auf nationaler Ebene, die zusätzliche Klauseln hinzufügen, sei die Quelle von mehr als der Hälfte der bürokratischen Last für KMU, heißt es von der Europäischen Union des Handwerks und der kleinen und mittleren Unternehmen (UEAPME).

Die Kommission schätzte in ihrer „Europa 2020“-Strategie, dass die Verwaltungslast für die Firmen bis 2012 um 40 Milliarden Euro (25 Prozent) reduziert werden könne.

Abruzzini drückte seine Enttäuschung über das vorgeschlagene Ziel aus und sagte, er erwarte größeren Ehrgeiz von Präsident Barroso.

Ein Sonnenstrahl komme jedoch durch das Versprechen, die Stimme der BürgerInnen und anderen politischen Akteure zu stärken, so Abruzzini.

In der Tat möchte die Kommission die Periode für öffentliche Konsultation von acht auf zwölf Wochen anheben.

Stellungnahmen: 

In ihrer Stellungnahme zur intelligenten Regulierung sagte die Europäische Union des Handwerks und der kleinen und mittleren Unternehmen (UEAPME), dass mehr von der nationalen Ebene komme als von der EU-Ebene, da die Mitgliedsstaaten EU-Richtlinien mit zusätzlichen Klauseln „vergoldeten“ und die Klauseln der EU eventuell inkorrekt umsetzten. Mitgliedsstaaten sollten so weit wie möglich der Versuchung widerstehen, an ihrem Inhalt herumzudoktern, so der Bericht.

„Vergoldung“ nennt sich die Praxis, den Wortlaut der EU-Gesetze zu überschreiten und unangemessene und unnötige Klauseln hinzuzufügen. Sie sei eine der größten Quellen für Bürokratie. Die Mitgliedsstaaten könnten und sollten EU-Gesetze an die nationalen Umstände anpassen, doch sie müssten gewährleisten, dass dies keine zusätzlichen Lasten für die nationale Geschäftsgemeinschaft darstelle, so der Bericht.

Nächste Schritte: 
  • Zweite Hälfte 2012: Kommission soll zu den Fortschritten im Prozess der klugen Regulierung Bericht erstatten
Hintergrund : 

Die Vereinfachung und Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen der EU war eine der ersten Prioritäten der ersten Barroso-Kommission und ist ein Schlüsselelement der Lissabon-Strategie und des Small Business Acts (EurActiv 01.10.09).

Die Kommission arbeitet daran, die Kosten für Klein- und Mittelunternehmen zu senken, indem sie die administrative Belastung an unnötiger Regulierung bis 2012 um 25 Prozent verringert. Mit diesem Prozess hofft die Kommission, ihren Ruf als übertrieben bürokratische Institution abzulegen.

Über die Senkung existierender Regulierung hinaus wird neue Gesetzgebung

untersucht, um zu sichern, dass sie nicht zur Belastung der Unternehmen beiträgt.

Im Jahr 2007 richtete die Kommission eine Gruppe unabhängiger Beteiligter im Bereich Verwaltungslasten (HLG) unter dem Vorsitz von Edmund Stoiber ein, die Bereiche ausfindig machen sollte, in denen die Bürokratie abgebaut werden könnte.

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