Rund 20 Millionen Arbeitsstellen könnten bis 2020 in der EU25 geschaffen werden, geht aus einer Studie hervor, die gestern (16. Dezember 2008) von der Europäischen Kommission vorgestellt wurde. Nahezu drei Viertel dieser Arbeitsplätze würden im Dienstleistungssektor geschaffen, sagt die Studie voraus.
Die besten Aussichten werden für den Dienstleistungsmarkt erwartet, darunter die Informationstechnologiebranche (IT), die Versicherungs- und die Beratungsbranche, die Gesundheitsfürsorge, die Sozialarbeit sowie die Hotel- und Cateringbranche. Auf der anderen Seite könnten Sektoren wie die Baubranche 2,9 Millionen Arbeitsplätze einbüßen, so der Bericht.
Da die EU sich in Richtung einer wissensbasierten Wirtschaft entwickele, würde die Zahl der Arbeitsstellen, die ein hohes Bildungsniveau erforderten, von 25% auf 31% steigen, sagt die Kommission voraus.
Beschäftigungskommissar Vladimir Špidla und EU-Kommissar für Bildung und Ausbildung Ján Figel’ stellten die Initiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen“ der EU-Kommission vor und meinten in einer gemeinsamen Erklärung, es mache keinen Sinn, dass die Arbeitslosenquote in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten ansteige, aber offene Stellen immer noch nicht besetzt worden seien. Man müsse sicherstellen, dass die Fähigkeiten der Arbeitnehmer besser zu den offenen Arbeitsstellen passten.
‚Soft skills’ wie Problemlösungskompetenzen, analytische Fähigkeiten, Selbstverwaltungsfähigkeiten und kommunikative Fähigkeiten, aber auch Sprachkenntnisse, digitale Kompetenzen und Teamfähigkeit, würden immer wichtiger, so die Kommission.
In diesem Kontext sei die pädagogische Qualität von entscheidender Bedeutung, sagte Figel’ in einem Interview mit EurActiv (EurActiv vom 4. Dezember 2008). Darüber hinaus will die EU-Kommission die Zusammenarbeit mit Drittstaaten, insbesondere mit den USA, China, Kanada und Indien, und mit internationalen Organisationen wie der OECD intensivieren.
Eine weitere große Herauforderung werde der demographische Faktor sein, sagte die EU-Kommission. Es werde zu wenig unternommen, um die Kompetenzen älterer Arbeitnehmer zu verbessern und anzupassen, so der Text.
Die Kommission plant, das langfristige Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt regelmäßig zu überprüfen. Dabei sollen Unternehmen eine „Schlüsselrolle“ übernehmen.




