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Innovation: Asien fordert EU und USA heraus [DE]

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Veröffentlicht 18. Januar 2007, aktualisiert 28. Mai 2012

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass sich das Gravitationszentrum für Innovation allmählich von West nach Ost verlagert, was das europäische Ziel, die wettbewerbsfähigste, wissensbasierte Volkswirtschaft der Welt zu werden, gefährdet.

Die Vorherrschaft der EU und der USA in der wissensbasierten Innovation kann nicht länger als selbstverständlich gelten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des britischen Think Tanks Demos, die schlussfolgert, dass das rasche Wachstum in China, Indien und Südkorea die weltweiten Innovationsstrukturen verändern wird und die Position Europas in wissensbasierten Sektoren herausfordern wird.

Laut Studie wird eine zunehmende Anzahl von Arbeitsplätzen in wissensintensiven Bereichen ins Ausland verlagert werden, die Forschung und Entwicklung wird internationaler werden und der Anteil Europas an dem durch geistiges Eigentum generierten Einkommen könnte sinken.

Europa muss sich rasch diesen Herausforderungen stellen, so die Studie, die gleichzeitig jedoch davor warnt, diesen Herausforderungen mit „Techno-Nationalismus“ zu begegnen.

Tatsächlich werde die Zunahme der Innovation in Asien auch neue Möglichkeiten schaffen. „Für europäische Entwickler erschließen sich neue Märkte und neue Partner. Eine größere Anzahl an Wissenschaftlern, die besser ausgestattet sind, wird besser gerüstet sein, um globale Herausforderungen, wie Klimawandel und Pandemien, zu bekämpfen“, erklärt die Studie.

Europa kann laut Studie in einer von steigendem Wettbewerb geprägten Welt nur dann Wachstum erreichen, wenn:

  • Die Mittel für Forschung und Entwicklung aufgestockt werden und die Mittel produktiver und kreativer eingesetzt werden: Im Jahre 2005 näherten sich die Ausgaben Südkoreas für Innovation der 3%-Zielmarke der EU – ungefähr 75% dieser Mittel stammten aus der Privatwirtschaft. Gleichzeitig kann China seit 1999 eine jährliche Zunahme von 20% an Forschungsmitteln verzeichnen – obgleich das Gesamtniveau erst 1,3% des BIP beträgt. Die EU-Investitionen in Forschung betragen nur 1,85% des Bruttoinlandsprodukts. Davon stammt nur die Hälfte aus privatwirtschaftlichen Mitteln und das Wachstum beträgt seit 1998 durchschnittlich 4%;
  • Ein globaler Ansatz, der auf Zusammenarbeit ausgerichtet ist, vertreten wird, um den Größenvorteil auszunutzen.
  • Talente  durch Stipendien und gegenseitigen Austausch gefördert werden, um das Bewusstsein für asiatische Forschung und Kultur unter europäischen Wissenschaftlern und Studenten zu steigern;
  • Wissensdatenbanken aufgebaut werden, in denen der Stand der Forschung und Innovation weltweit gespeichert ist.

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