Der Binnenmarkt der EU müsse an die Realitäten des 21. Jahrhunderts angepasst werden, damit er auf die neuen Herausforderungen vorbereitet sei. Hierzu gehörten der zunehmend globale Wettbewerb, die Energieabhängigkeit, der Klimawandel und der demographische Wandel, so Kommissionspräsident José Manuel Barroso beim European Business Summit am 15. März 2007.
Die Funktionsfähigkeit der Märkte müsse für die Bürger, die Verbraucher und die Unternehmen gewährleistet werden, erklärte Barroso. Die Überprüfung des Binnenmarktes, die derzeit auf der Tagesordnung steht, ziele darauf ab, dies sicher zu stellen.
Interne Maßnahmen seien jedoch nicht ausreichend, so Barroso. Er setze sich dafür ein, die Beziehungen mit den wichtigsten Handelspartnern der EU, vor allem den USA, zu stärken.
Barroso wies darauf hin, dass die Gesamtsumme der US-Investitionen in China letztes Jahr nur ein Viertel der US-Investitionen in Belgien im Jahre 2005 betragen hätten.
Der Kommissionspräsident betonte seinen Willen, die Beziehungen mit den USA während eines Treffens in Washington am 30. April 2007 zu stärken. Er arbeite aktiv mit der deutschen Bundeskanzlerin zusammen, um konkrete Vorschläge zur Schaffung einer transatlantischen Volkswirtschaft bei dem Gipfel vorlegen zu können, sagte Barroso.
Vor allem bei der Harmonisierung von Vorschriften und Standards herrsche ein Bedarf für engere Zusammenarbeit mit den USA, so Barroso. Solche Maßnahmen würden auf beiden Seiten des Atlantiks dazu beitragen, die Globalisierung zu verbessern.
Barroso forderte die Unternehmen auf, „dynamisch zu denken“, um die ehrgeizigen Ziele der EU zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu erfüllen.
Die europäische Wirtschaft müsse die Gelegenheit ergreifen, um weltweit die Führungsrolle im Bereich der sauberen Energie-Technologien übernehmen zu können, und damit dies zu weiterem Wachstum und zur Schaffung neuer Arbeitsplätzen führen werde. Er bestätigte seine Ansicht, dass Europa die Führung in der neuen industriellen Revolution und auf dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft übernehmen könne.
Dies könnte jedoch eine Herausforderung für Europa darstellen, da vor allem die USA auch auf den Markt der sauberen Technologien drängen.
Es sei wichtig, einen Überblick darüber zu haben, was die Konkurrenz mache, sagte Jorma Ollila, Vorsitzender der Aufsichtsräte von Shell, Nokia und des Europäischen Industriekreises (European Round Table of Industrialists). Er wies darauf hin, dass die USA fünf mal so viel wie Europa für Energieforschung ausgeben.
Dies mache deutlich, dass Europa im Bereich Forschung und Entwicklung langfristige Maßnahmen einleiten müsse, fügte Ollila hinzu.




