Gemäß einer vom Brüsseler Think Tank Bruegel durchgeführten Studie bleibt der Handel zwischen den Mitgliedstaaten verhalten. Besonders deutlich wird dies im Vergleich zum Handel in den USA, wo zwei bis drei Mal häufiger zwischen den einzelnen Bundesstaaten gehandelt wird. Durchschnittlich werden in einem EU-Mitgliedstaat zu 86% Waren aus dem eigenen Land und nur zu 10% aus anderen Mitgliedstaaten erworben.
Höher liegt der Anteil bei Investitionen: Etwa 18% ihres Privatvermögens investieren die Europäer in andere EU-Staaten und nur 65% in das Heimatland. Andererseits arbeiten weniger als 2% der Bürger in einem anderen EU-Mitgliedstaat.
Demnach, so die Studie, ist der Binnenmarkt, trotz der Bemühungen, Hindernisse für den freien Verkehr von Waren, Kapital und Personen abzubauen, noch längst nicht vollendet. Allerdings existieren zwischen den EU-Ländern Unterschiede: Kleine Volkswirtschaften wie Belgien und Österreich nehmen aktiver am Binnenmarkt teil als Länder am Rande der EU, wie Spanien, Italien oder Griechenland.
Die Studie warnt davor, dass eine einheitliche Währung langfristig ohne einen Binnenmarkt nicht überleben kann. Zudem seien die Märkte für Waren, Dienstleistungen und Kapital untereinander abhängig. Fortschritte in einem Bereich des Binnenmarktes könnten die Stabilität der europäischen Volkswirtschaften gefährden, sollten nicht auch die anderen Bereiche des Binnenmarktes in ihrer Entwicklung voranschreiten.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Binnenmarktpolitiken reformiert werden müssten, um eine stärker auf Dienstleistungen ausgerichtete Wirtschaft zu schaffen. Die Politik müsse sich dabei auf die Förderung von Wettbewerb und Innovationen und die stärkere europaweite Integration von Wertschöpfungsketten konzentrieren, so Bruegel.




