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29. November 2009
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EIT Chef wehrt sich gegen Vorwurf der Monopolstellung [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 18. Februar 2009   

Der Vorsitzende des Europäischen Instituts für Technologie (EIT), Martin Schuurmans, wies Vorwürfe eines führenden Gelehrten von sich, der beklagte, die Vorzeigeprojekte des Instituts, würden sich nach Fertigstellung in „Monopole des Wissens“ entwickeln.

Hintergrund:

Das zentrale Element der Anstrengungen der europäischen Kommission, die Kooperation im europäischen Forschungssektor auszubauen, ist das Europäische Institut für Technologie, das auf dem Modell des MIT in den USA basiert. 
Jedoch wurde die Gründung des Instituts von internen Streitigkeiten überschattet, da es zuerst von Kommissionpräsident Barroso im Februar 2005, als Teil des umgestalteten Lissabonvertrages, eingeweiht wurde. Barrosos ursprüngliche Pläne sind seitdem immer weiter zurückgeschnitten worden.
Das EIT ist für die Auswahl Europas erster Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) Anfang 2010 zuständig. Insgesamt sechs KIC sollen bis 2013 ins Leben gerufen werden, um die fragmentierte Forschungsstruktur der EU zusammen zu bringen.
Der hauptsächliche Schwerpunkt soll auf dem Klimawandel, erneuerbaren Energien und der nächsten Generation von Informations- und Kommunikationstechnologien liegen.

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Bengt-Åke Lundvall, Professor an der wirtschaftlichen Fakultät der Aalborg Universität in Dänemark verglich auf der ersten von sechs Debatten, die als Teil des Europäischen Jahrs der Kreativität und Innovation stattfinden, die „Wissens- und Innovationsgemeinschaften“ (KIC) mit dem Unternehmen Airbus und beklagte, der Mangel an Wettbewerb führe zu weniger Innovationen.

Er sei nicht sehr glücklich mit den KIC und würde sie gerne in „konkurrierende Gemeinschaften“ umbenennen. Er denke, die EU schaffe mit den KIC zwei oder drei Wissensmonopole. Seiner Erfahrung nach, sei Wettbewerb sehr effizient in der Motivation von Wissenschaftlern, Forschern und Unternehmern, meinte Lundvall.

Er kritisiere immer das so genannte Airbus Syndrom, die Vorstellung, dass Dinge besser liefen, wenn man alle Ressourcen bündele, anstatt sich auf den Wettbewerb zu verlassen. Dem widerspreche er rigoros.

Schuurmans wies diese scharfe Kritik zurück und bestand darauf, die KIC führten zu einer effizienteren Nutzung von Forschungsaktivitäten, indem sie eine große Anzahl von Wissenschaftlern, Studenten und Wirtschaftsvertretern zusammenbringe.

Wettbewerb sei ein essentieller Bestandteil der KIC. Weiterhin warnte er vor zu großmaschig geknüpften Netzwerken und fügte hinzu, die EIT werde den Fortschritt in der Innovation innerhalb der EU beschleunigen. 

Es gäbe genügend Kapazitäten zur Forschung in Europa, jetzt käme es nur noch darauf an, diese Kapazitäten so zu verwenden, dass man den maximalen Nutzen daraus ziehen könne. Laut dem Vorsitzenden der EIT, würden die KIC „Netzwerke der Exzellenz“ werden und Forscher für ein bestimmtes Gebiet zusammenbringen. Jede einzelne dieser Gemeinschaften werde „größere Knoten“ haben, Orte, an denen die Mitarbeiter auch physisch zusammen arbeiten könnten.

Für jede Forschungsgemeinschaft könne, je eine der teilnehmenden Forschungsinstitute, diesen Ort für eine bestimmte Zeit stellen und Wissenschaftler auf dem eigenen Campus zusammenbringen. Alle teilnehmenden Universitäten würden durch eine größere Anzahl an Publikationen, mehr Forschungsergebnisse und Fortbildung des Personals von dem Netzwerk profitieren.

Eine Forschungsgemeinschaft werde eine Lebenszeit von zwischen sieben und 15 Jahren haben und insgesamt zwischen 50 Millionen und 100 Millionen Euro pro Jahr ausgeben. Trotzdem gab Schuurman zu, dass das Budget niedriger sei, als er geplant habe.

Das 300 Millionen Euro umfassende Budget des Instituts sei offensichtlich nicht ausreichend, sagte er, aber es müsse ausreichen um das Projekt in Gang zu bekommen. Später müssten die Gemeinschaften private Investoren rekrutieren und bereits existierende öffentliche Förderung  für sich nutzen.

In der Auswahl der zukünftigen KIC, zu Anfang des nächsten Jahres, werde die EIT ihr Augenmerk auf Projekte zu den Themen der nachhaltigen Energie, dem Klimawandel und der Informationsgesellschaft legen. Schuurman sagte, der EIT sei auch unter Druck, sein Aufgabenbereich auf Gesundheitspflege und Nahrungmittel auszuweiten.

Positionen:

Jan Figel, EU-Kommissar für Bildung und Kultur, sagte, dass der Wettbewerb ein Teil des Denkens der EIT sein solle. Europa müsse umsichtig und einfallsreich im Finden von Lösungen zur Wirtschaftskrise sein, so dass man schließlich gestärkt aus dieser herauskomme. Europa müsse einige Lösungen zum G20-Gipfel im April präsentieren. Die Antwort der Kommission müssten größere und bessere Investitionen sein.

Der finnische EU-Abgeordnete und Mitglied der Sozialdemokraten, Reino Paasilinna, sagte, dass Länder vom Lissabonvertrag gesetzte Ziele nicht erreichten. Das Bild sei recht düster, da die Länder nicht in Innovation investierten. Die Geplante Rettungspläne redeten behandelten Energie- und Infrastrukturprojekte, aber wo bleibe die Innovation, fragte er. 

Er fügte hinzu, dass Investoren das Risiko der Unterstützung junger Wissenschaftler vermeiden würden und lieber etablierte Firmen unterstützten. Man brauche mehr Geld für Innovation, sonst entstünden keine neuen Ideen.

Maria João Rodrigues, eine Professorin für Wirtschaftwissenschaften an der Universität von Lissabon, sagte, das EIT, der Bologna-Prozess, sowie die Verabschiedung der europäischen Kulturagenda seien Teil der Anstrengungen der EU, ihre Politik auf eine wissensbasierte Wirtschaft auszurichten. Das Europäische Jahr für Kreativität und Innovation sei in einer Zeit in der Innovation so wichtig wie nie sei, ein selbstverständlicher Schritt im langen Prozess, der in Lissabon begonnen habe, fügte sie hinzu.

Man brauche Kreativität in der Wissenschaft, in der Technologie und der Kultur. Man brauche Kreativität, um Produktionsmuster zu verändern, erklärte sie.

Jan Muehlfeit, europäischer Vorsitzender der Microsoft Corporation  sagte, dass dies das erste Mal in der Geschichte sei,  in der die junge Generation Technologie besser verstehe als die ältere, während Computer so weit fortgeschritten seien, dass sie Menschen im Schach besiegten.

Dies sei ein Schlüsselelement im Bildungsbereich. Das momentane Bildungssystem sei zu stark auf das Auswendiglernen ausgelegt. Der Hauptgrund für die fehlende Risikofreude in Europa liege in den europäischen Schulen, sagte Muehlfeit.

Nächste Schritte:

  • April 2009: Beginn des Bewerbungszeitraums für die ersten „Wissens- und Innovationsgemeinschaften“
  • Januar 2010: Auswahl von zwei oder drei KIC
  • August 2010: Die Auswertung und Überwachung der KIC beginnt

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