Firmen aus Europa, Japan und Israel glauben, dass fahrzeugeigene Ladegeräte und Hochleistungsbatterien könnten ihnen einen knappen Vorsprung im Rennen geben könnten, ein kommerziell nutzbares Elektroauto zu produzieren – und Investoren beginnen damit, sich in diese Ideee einzukaufen.
Das in Tel Aviv ansässige Start-Up-Unternehmen, ETV Motors, hat 8,4 Millionen für Forschung und Entwicklung aufgebracht, und hat den Verkaufsschlage Toyota Prius, ein Auto mit Hybridantrieb, angepasst, um die Geschichte herauszufordern. Das neue Modell hat keinen internen Verbrennungsmotor, sondern bietet stattdessen einen Elektromotor mit einer Hochleistungsbatterie und einen Mikroturbinenmotor, die das Auto vom Heck aus antreiben.
Der Begriff vom mikroturbinenbetriebenen Auto ist nicht völlig neu, aber ETV möchte seine Bauart für den Massenmarkt verfeinern. Das Unternehmen sagt, es habe den Mikroturbinenmotor entwickelt, um als fahrzeugeigenes Ladegerät zu fungieren, das mit einer Batterie mit einer hohen Dichte ausgestattet ist, die ein Fahrzeug für eine Strecke von 60 bis 80 Kilometern (35 bis 50 Meilen) betreiben kann, ohne geladen werden zu müssen.
Das Testfahrzeug benutzt neu geschaffene Komponenten, welche noch weiterer Entwicklung unterliegen, sagt das Unternehmen, das hinzufügt, dass das Endprodukt nächstes Jahr für Tests fertig sein sollte.
Ein anderes israelisches Projekt, Better Place, wurde 2007 mit 140 Millionen Euro Unternehmenskapital gegründet. Es hat weltweit eine Eigendynamik entfaltet, die für eine völlige Verbreitung von Elektroautos, die durch Anschluss in ein Gitterleitungsnetzwerk wieder aufgeladen werden, eintritt.
Better Place hat mit Renault und Nissan kooperiert, um eine Elektroautoinfrastruktur zu entwickeln, von der Nissan erwartet hat, dass sie sich auf den japanischen Markt konzentrierte, wohingegen Renault Elektroautos bis Ende des Jahrzehnts auf die Europäischen Straßen bringen möchte.
Renault enthüllte sein erstes Vorführmodell in Tel Aviv im Mai 2008 und kündigte an, Ende 2010 mit Verkäufen zu beginnen – was es zu einem der schnellsten Fahrzeuge der Automobilgeschichte machen würde, das vom Konzept zu Marktreife gelangt ist.
Renault und Nissan werden nächstes Jahr groß angelegte Testveranstaltungen für ihre neuen Elektroautos in Paris und Mailand durchführen, bevor die Massenproduktion im Jahr 2012 beginnt. Der Versuch, der im Großraum Paris durchgeführt werden soll, wird den Test eines neuen Autoaufladenetzwerks mit umfassen, welches in Kooperation mit dem Elektrizitätsriesen EDF entwickelt werden wird.
“Einhundert Elektroautos von der Renault-Nissan Allianz [...] werden von September 2010 für ein Jahr von Einzelpersonen, Firmen und den Beschäftigten örtlicher Behörden geprüft werden“, teilten Renault-Nissan und EDF in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Toyota Motor Corp, ein weiterer Autoriese, der hybridbetriebene Aufladetechnologien entwickelt, sagte, er würde beginnen, weltweit 500 Aufladeautos bis Ende des Jahres zu leasen .
Bessere Batterien
Toyota kündigte an, sein Auto werde von Lithiumionenbatterien betrieben, und Japans Nikkei-Geschäftstageszeitung berichtete diesen Monat, dass das Aufladeelement allein in der Lage sein wird, 20 bis 30 Kilometer (12 bis 18 Meilen) auf Batterieleistung bei voller Ladung zu laufen.
ETV Motors sagt, seine Batterien werden ein Auto mehr als zwei Mal soweit antreiben. Mit seinem fahrzeugeignen Ladegerät, wird das Fahrzeug nicht auf eine komplizierte elektrische Aufladeinfrastruktur angewiesen sein, obwohl es aufladekompatibel sein wird.
Das Düsenturbinensystem ist auch ein Abweichen von General Motors Corp's Chevy Volt Aufladeelement, welches ebenfalls von einem traditionellen internen Verbrennungsmotor angetrieben wird. GM strebt an, den Volt mit einer Reichweite von 64 km (40 Meilen) bis Ende 2010 einzuführen.
Die die Spielregeln verändernde Entwicklung, sagte Cheftechnologiedirektor Arieh Meitav, war eine Batterie mit einer höheren Dichte, die auf Lithiummangannickeloxiden beruht.
Die Batterien werden die ersten sein, die 4,5 Voltzellen haben, anstelle der bereits bestehenden Lithiumionenbatterien mit 3,2 Volt. Dies erlaubt eine längere Weichreite/Reichweite mit einer kleineren Batterie, und es wird hochgerechnet, dass sie für die Lebensdauer des Autos halten wird, sagte er.
Der zweite Teil des Systems, die Elektrizität produzierende Mikroturbine, wird mit Hilfe eines Luftfahrtunternehmens entwickelt – dennoch wird ETV Motors nicht sagen, welches dies ist.
Die Turbine kann mit einer Reihe von Treibstoffquellen betrieben werden, wie Benzin, Diesel, und Biotreibstoff, sagte das Unternehmen, und wird nur betrieben, um die Batterie zu laden, wenn diese langsam läuft, die konstant bei 80 000 Umdrehungen für maximale Effizienz läuft.




