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Herausforderung Beschäftigung – mehr Partnerschaften notwendig [DE][en][fr

Erschienen: Mittwoch 17. Mai 2006    | Aktualisiert: Donnerstag 18. Mai 2006   

Die Sozialpartner, Regionen und Mitgliedstaaten müssen stärker in die Beschäftigungspolitik der EU einbezogen werden, lautete die wichtigste Botschaft der Employment Week.

Hintergrund:

Die 13. Beschäftigungswoche, welche vom 16. – 18. Mai in Brüssel stattfindet, läuft unter dem Thema „Wachstum und Jobs im neuen, vergrößerten Europa“.  Politische Entscheidungsträger, NGOs und Experten werden zusammenkommen, um über Trends und mögliche Maßnahmen für den europäischen Arbeitsmarkt zu beraten. Die folgenden Themen werden dabei im Vordergrund stehen: 

  • Schafft die neue, vergrößerte EU diejenigen Jobs, die in der wachsenden, globalen Wirtschaft Wachstum und Wohlstand sicherstellen werden?  
  • Wie gut passen sich Unternehmen und Mitarbeiter den Veränderungen an? Bewegt sich Europa auf eine bessere Arbeits-/Lebensbalance zu? Entwickeln wir die richtigen Mitarbeiterfähigkeiten, um auch zukünftig unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern zu können?  
  • Wie erfolgreich bauen wir Partnerschaften, fördern wir Mobilität, gehen wir demographischen und sozialen Herausforderungen um und schaffen wir die Jobs der Zukunft?

Auf dem Luxemburger Beschäftigungsgipfel 1997 wurde die Idee einer Europäischen Beschäftigungsstrategie (EBS) ins Leben gerufen.  Diese Strategie verfolgt drei Ziele:  Vollbeschäftigung, Produktivitäts- und Qualitätssteigerung am Arbeitsplatz sowie die Förderung von Kohäsion.

Um den Herausforderungen der Globalisierung und des demographischen Wandels (alternde Bevölkerungen) begegnen zu können, setzte sich der Europäische Rat in Lissabon ehrgeizige Arbeitsmarktziele:

  • Allgemeine Beschäftigungsquote von 70 % bis 2010 (2005: 67 %)
  • Beschäftigungsquote bei Frauen von 60 % bis 2010 (2005: 57%)
  • Beschäftigungsquote der älteren Arbeitnehmer (55+) von 50 % bis 2010

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Weitere Nachrichten:

Die Erfolge bei der Erreichung dieser Beschäftigungsziele waren bisher begrenzt und der Beitritt von zehn neuen Mitgliedstaaten im Mai 2004 hat die Herausforderungen des Arbeitsmarktes innerhalb der EU nicht verringert.  Ab 2005 setzte sich die Kommission wieder stärker für die Lissabon-Strategie ein, in der Hoffnung, dass die Aufforderung an die Mitgliedstaaten, eigene nationale Aktionspläne aufzustellen, deren Eigenverantwortlichkeit fördern würde. 

Positionen:

Antonis KastrissianakisDirektor für Beschäftigung bei der Europäischen Kommission, sagte, dass er durch die neu ausgerichtete Lissabon-Strategie und die auf dem Frühjahrsgipfel vorgestellten nationalen Aktionspläne der Mitgliedstaaten „ermutigt“ worden sei.  Er fügte hinzu, dass die bisherigen Ergebnisse, die im Hinblick auf die Beschäftigungsziele der Lissabon-Strategie erreicht worden seien, aufgrund des schleppenden Wachstums und der sinkenden Arbeitsproduktivität gemischt seien.  Auch wenn die EU bereits „22 Millionen Arbeitsplätze geschaffen hat, brauchen wir immer noch 70 Millionen neue“, sagte Kastrissianakis und forderte eine größere  Kooperationsbereitschaft, um den bestehenden Herausforderungen, insbesondere die geringe Beschäftigung und niedrige Produktivität, welche einige Regionen der EU besonders hart trifft, begegnen zu können.  Kastrissianakis wies auf das Problem hin, dass der derzeitige Arbeitsmarkt „Insider“ und „Outsider“ hervorbringen würde, wobei die Ersteren „zu sehr“ und die Letzteren „überhaupt nicht geschützt“ würden.  

Henri MalosseVorsitzender der Fachgruppe Beschäftigung, Sozialfragen und Unionsbürgerschaft, des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, verurteilte auf heftigste, dass die Arbeitsmarktbeschränkungen gegenüber den neuen Mitgliedstaaten noch immer von sieben „alten“ Mitgliedstaaten aufrecht erhalten würden. Er ging insbesondere mit seinem eigenen Land hart ins Gericht:  „Die Angst vor dem polnischen Klempner in Frankreich ist peinlich.  Ich kenne nur einen polnischen Elektriker, Lech Walesa, der beim Sturz des Kommunismus geholfen hat.“  Malosse machte deutlich, dass er die Enttäuschung einiger EU-Bürger darüber, dass die EU seit der Euro-Einführung noch nichts Neues geliefert habe, verstehen könne.  Namentlich erwähnte er, dass die europäischen Staaten die jüngere Generation im Stich lassen würden, wenn sie die hohe Jugendarbeitslosigkeit einfach hinnehmen würden.

Gerhard Stahl, Generalsekretär des Ausschusses der Regionen, konstatierte t, dass die wirtschaftlichen Unterschiede auf nationaler Ebene innerhalb der EU zwar gesunken seien, in Folge der Erweiterung die wirtschaftlichen Unterschiede auf regionaler Ebene aber zugenommen hätten.  Auf diesem Weg brachte er auch zum Ausdruck, dass nur 17 % der Regionen mit ihrer Einbindung in die nationalen Aktionspläne zufrieden seien.
Stahl betonte die Notwendigkeit einer neuen Partnerschaft zwischen den EU-Institutionen, den Mitgliedstaaten, Regionen und Sozialpartnern, welche Europa näher zusammenbringen und die Entscheidungen näher an die Bürger heranbringen sollte.

Kent Anderssonstellvertretender Bürgermeister von Malmö, Schweden, und Präsident des sozialen Ausschusses von Eurocities forderte die Verfahren zu überdenken, damit die Städte als Akteure im Prozess der Arbeitsmarktpolitik anerkannt würden. Denn es seien die Städte, die Wachstum und Beschäftigung sowohl innerhalb der Städte als auch in der Umgebung fördern würden.

Nachdem Umberto PaolucciSenior Vorsitzender von Microsoft EMEA, die 18 Millionen Arbeitslose in Europa als eine Tragödie bezeichnet hatte, forderte er die „Arbeitsfähigkeit“ der Arbeitnehmer durch eine Verbesserung ihrer Qualifikationen und durch eine engere Kooperation zwischen Regierungen und Unternehmen zu fördern.

Christophe LeclercqHerausgeber von EurActiv, welcher den Vorsitz der Eröffnungsveranstaltung „Wachstum und Jobs im neuen, vergrößerten Europa“ innehatte, stellte fest, dass kein Thema für Europa wichtiger sei als Beschäftigung und dass diese nicht von den EU-Institutionen, sondern den Unternehmen geschaffen würde.


            

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