Kommissar Figel' sagte, technische und interne Gründe seien dafür verantwortlich, dass das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation (EYCI) über kein eigenes Budget verfüge und beschuldigte das Europaparlament, dessen Abgeordneten es versäumt hätten, Unterstützung für den Plan zu suchen.
Es gebe kein festgesetztes Budget für das EYCI, weil das Jahr ursprünglich durch eine interinstitutionelle Erklärung eingeführt worden war, es also ein politischer Vorschlag und kein Gesetz gewesen sei.
Das Parlament habe dann seine Meinung geändert und nach einem Gesetzesentwurf mit dem Ziel einer gemeinsamen Entscheidung gerufen, jedoch sei es aufgrund des Zeitmangels nicht mehr möglich gewesen, das komplette Budget umzugestalten, sagte Figel’.
Allerdings sagte er auch, dass die Kommission entschieden habe, verfügbar gewordene Gelder zur Finanzierung von Veranstaltungen und Projekten bereitzustellen, die im Rahmen des Europäischen Jahres stattfinden sollen.
Tatsächlich könne man mit einer solchen Finanzierung viel größere Summen als in den vorigen Jahren mobilisieren, weil man aus mehreren Budgets schöpfen könne. Man müsse kreativer in der Durchführung des Jahres sein und nicht nur die Sponsoren zur Kreativität auffordern. Der finanzielle Aspekt des Jahresprojektes werde kein Problem sein, sagte Figel’.
Im Gespräch mit Journalisten nach der Eröffnungsveranstaltung lehnte der Kommissar ebenso Sorgen ab, dass das Ziel, für Kreativität zu werben, in der verstärkten Förderung von Innovation in Unternehmen verloren gehen könnte, die seit Anfang der Wirtschaftskrise gefordert wurde.
Er glaube nicht, dass man sich von Kreativität wegbewege, aber es sei logischerweise notwendig, den wirtschaftlichen und sozialen Aspekten der Situation mehr Aufmerksamkeit zu schenken, weil Menschen ihre Arbeit verlören, was schnelle Antworten erfordere.
Dies sei keine zyklische Krise und habe mit den üblichen Höhen und Tiefen des Wirtschaftszyklus nichts zu tun. Es handele sich um eine Krise des Systems und die Antwort müsse in der Innovation liegen. Diejenigen, die innovativ seien, würden gestärkt aus der Krise herausgehen, so Figel’.
Es werde oft ein Widerspruch zwischen Kreativität und Innovation und zwischen Unternehmen und Kultur wahrgenommen, sagte Figel’, die beiden könnten jedoch Hand in Hand gehen. Weiterhin zeigte er sich optimistisch, dass das EYCI zu einem permanentem Umdenken in Gesellschaft und Wirtschaft führen werden.
Im Bezug auf die Eröffnungsveranstaltung in Brüssel, rief der Kommissar eine neue Internetplattform ins Leben, die dabei helfen soll, Information aus kommissionsgeförderten Projekten zugänglich zu machen. Das Espace Virtuel d'Echange (EVE) enthält bereits Ergebnisse hunderter Projekte, die vom Bildungs- und Kulturausschuss der Kommission gefördert werden. Die Koordinatoren von aktuellen Projekten können EVE dafür verwenden, Information aus ihren Projekten einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Dies werde es für Projektleiter einfacher machen, aus den Erfolgen, aber auch aus den Fehlern der Vergangenehit zu lernen, sagte Figel’.
EVE wird auch die gesamte Information enthalten, die Projektleiter benötigen um eigene Netzwerke zu etablieren, die oft der entscheidende Faktor im Entwurf von erfolgreichen und effizienten Projekten sind.




