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Kommission beruft Anhörung über Google Books ein [DE]

Veröffentlicht 22. Juli 2009 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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google
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Die Europäische Kommission soll im September eine Anhörung für interessierte Parteien abhalten, um auf die Auswirkungen der Rechte von EU-Schriftstellern zu kommentieren, über ein Abkommen das es Autoren ermöglicht Millioneneinnahmen über Google Books zu machen.

Oliver Drewes, Kommissionssprecher für den Binnenmarkt bestätigte, dass Brüssel die Einladungen für die Anhörung ausgesendet habe, die am 7. September stattfinden soll. 

Dieser Schritt folgt einer Beschwerde durch Deutschland, die von Großbritannien und Frankreich unterstützt wird, darüber dass Google Bücher aus US-Bibliotheken eingescannt habe, um seine Datenbank Google Books zu schaffen, ohne die vorherige Zustimmung der Rechteinhaber. Die EU-Minister diskutierten das Thema Ende Mai (EurActiv vom 27. Mai 2009).

Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft Viviane Reding, die wahrscheinlich zu einer zweite Amtszeit in ihrer derzeitigen Position ernannt wird und die Akte Google Books unter Kontrolle bringen will (EurActiv vom 23. Juni 2009) unterstrich die Notwendigkeit, die EU-Copyrightregeln für Bibliotheken zu modernisieren.  

Man sollte ein modernes europäisches Regelwerk erschaffen, das die Digitalisierung von Büchern erlaube, sagte sie. Mehr als 90 Prozent der Bücher in Europas Bibliotheken seien im Handel nicht mehr erhältlich, weil sie entweder nicht mehr gedruckt werden oder einen unbekannten Autor haben.  

Die Schaffung eines europaweiten öffentlichen Registers für solche Werke könne die privaten Investitionen in die Digitalisierung stimulieren, während sichergestellt würde, dass die Autoren auch in der digitalen Welt fair entlohnt werden, sagte sie. 

Dies würde auch helfen, die derzeitige, relativ ideologische Debatte über Google Books zu beenden. Sie verstehe die Ängste vieler Herausgeber und Bibliotheken, dem Marktgiganten Google ins Auge zu sehen. Jedoch teile sie auch den Missmut vieler frustrierter Internetfirmen, die in diesem Bereich gerne interessante Geschäftsmodelle anbieten würden, dies aber aufgrund des fragmentierten Regelsystems in Europa nicht können, fügte Reding hinzu. 

Die Google Büchersuche erlaubt Nutzern Bücher oder Auszüge von Millionen von Büchern online anzusehen, nachdem sie eine schlüsselbegriffsbasierte Suche ausgeführt haben. Sieben Millionen Titel wurden seit April 2009 von dem Dienst abgedeckt und die Datenbank soll im Verlauf der Zeit weiter wachsen. 

Die von dem Dienst digitalisierten Bücher umfassen lizenzfreie Titel, Material das unter Copyright steht, aber mit der Erlaubnis der Rechteinhaber veröffentlicht wurde und nicht mehr gedruckte Werke.

Rechteinhaber die nicht wollen, dass ihre Werke in das Projekt einbezogen werden, müssen Google persönlich kontaktieren, um ihr Nichteinverständnis zu erklären, während Google selbst eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen anwendet, um das urheberrechtsgeschützte Material zu wahren, vor allem indem die Zahl der sichtbaren Seiten begrenzt wird. 

Hintergrund : 

In einem Abkommen mit der Authors Guild und der Amerikanischen Verlegervereinigung im Oktober 2008, stimmte Google zu, 125 Millionen US-Dollar zu bezahlen, um ein Register für Bücherrechte zu schaffen, wo Autoren und Verleger Werke registrieren können und durch institutionelle Beiträge oder Bücherverkäufe entschädigt werden können. Das US-Justizministerium beschäftigt sich nun mit dieser Vereinbarung. 

Letzten Herbst startete die EU ihre eigene Internetbibliothek 'Europeana', die Zugang zu hunderttausenden Büchern gibt, von denen viele selten sind oder überhaupt nicht mehr gedruckt werden. Das Portal, das an die zwei Millionen 'digitalisierte Objekte' aus allen Mitgliedsstaaten beinhaltet und an dem ca. 1000 kulturelle Einrichtungen teilnehmen, brach zuerst unter dem massiven Interesse und Millionen von Klicks zusammen, funktioniert aber seit Dezember 2008 normal (EurActiv vom 21. November 2008). 

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