Jean-Noël Durvy, Direktor für Innovationspolitik in der Unternehmensabteilung der Europäischen Kommission, versprach eine umfassendere Definition von Innovation sowie Unterstützung für Netzwerke von kreativen Industrien in Europa.
Bei einer vom Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation ausgerichteten Debatte sagte Durvy, dass der neue Innovationsplan einen „Paradigmenwechsel” weg von einer reinen Konzentration auf High-Tech-Unternehmen darstellen werde.
„Das traditionelle Konzept der Cluster muss angepasst werden, damit es über Gruppen von Technologiefirmen hinaus angewendet werden kann”, sagte er und fügte hinzu, dass Brüssel nach Wegen suche, um Verknüpfungen zwischen Regionen zu stärken, die so genannte „wissensintensive Industrien” stärker unterstützen möchten.
Eine der erwogenen Maßnahmen ist eine Plattform, wo sich europäische Regionen treffen könnten, um Erfahrungen und Expertise über die Entwicklung von kreativen Clusters auszutauschen. Durvy erkannte jedoch an, dass konkretere politische Rahmenbedingungen ebenfalls gebraucht würden.
„Der Austausch von best practice ist nicht genug. Das Bilden von Netzwerken ist nötig, aber wir brauchen ebenfalls Partnerschaften und Unterstützungsdienste für Unternehmen. Wir sind dabei, bessere Unterstützungssysteme für die Industrie der innovativen Dienstleistungen zu entwickeln“, sagte er.
Zugang zu Finanzierung bereitet weiterhin Kopfschmerzen
Laut Durvy wird sich die Innovationsstrategie, die im Frühjahr 2010 veröffentlicht werden soll, mit Technologietransfer, Zugang zu Finanzierung und Unterstützung von neuen Unternehmen beschäftigen.
Das Gesetz wird wahrscheinlich auch praktische Fragen wie Patentreformen und eine KMU-freundlichere öffentliche Auftragsvergabe behandeln.
Laut Durvy, der eng an der Entwicklung des Innovationsplans beteiligt ist, wird die Rolle von Design wahrscheinlich im endgültigen Dokument eine prominente Rolle spielen. Er sagte, Design sei ein Aspekt von Innovation, dem die Kommission aufgrund seiner Bedeutung als Motor für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit besondere Beachtung geschenkt hat.
Dies deckt sich mit den Prioritäten, die im Manifest für Kreativität und Innovation festgelegt wurden, das diesen Monat dem Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso vorgestellt wurde (EurActiv vom 12. November 2009).
Laut Durvy sollten alle Industrien dazu ermutigt werden, Designer besser zu nutzen, wenn sie über innovative Produkte und Dienstleistungen nachdenken.
Ein fundamentales Problem für kreative Industriezweige, so der EU-Beamte, sei der Zugang zu Finanzierung. Während alle neu gegründeten Firmen in jüngster Vergangenheit nur schwer Bankkredite erhalten hätten, sei dies für wissensbasierte Firmen, deren Kreativität ihr einziges Kapital ist, eine besondere Herausforderung.
Eine der wesentlichen Empfehlungen eines von der EU unterstützten Panels von Unternehmensinnovatoren letzten Monat war eine Umwandlung des Europäischen Investmentfonds (EIF) in ein Mittel zur Beschaffung von Risikokapital, das innovative Projekte finanziell unterstützen würde (EurActiv vom 14. Oktober 2009).
Durvy sagte, die EU-Exekutive würde gerne mehr öffentlich-private Partnerschaften (ÖPPs) entwickeln und bei der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten für den kreativen Sektor stärker mit dem EIF zusammenarbeiten.
Jedoch betonte er, dass Risikokapitalgeber nicht investieren würden, wenn sie nicht sicher seien, Gewinn zu machen. Er fügte hinzu, dass der Markt – nicht öffentlichen Behörden – entscheide, welche Unternehmer Erfolg haben.



