Die Garantie qualitativ hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen, wie gute Schulen und Krankenhäuser, sauberes Wasser, sichere öffentliche Verkehrssysteme und verlässliche Energieversorgung sind nicht nur für eine bessere Lebensqualität der Bürger von hoher Bedeutung, sondern auch ein entscheidendes Element der Lissabon-Strategie.
Gute öffentliche Dienstleistungen können soziale Ausgrenzung überwinden, den regionalen Zusammenhalt stärken, das Funktionieren des europäischen Binnenmarktes verbessern und somit die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.
Kritiker eines liberalen Ansatzes für öffentliche Dienstleistungen sind der Meinung, dass Marktkräfte allein keine qualitativ hochwertigen und allen zugänglichen Dienstleistungen garantieren können. Sie befürchten, dass die Unterstellung der öffentlichen Dienstleistungen unter öffentliche Beschaffungsregeln zu eingeschränkter Qualität führen würde, indem private Anbieter versuchen, Kosten zu minimieren.
Hintergrund des von dem sozialdemokratischen Abgeordneten Bernhard Rapkay initiierten Berichts ist die Notwendigkeit eines strengen rechtlichen Rahmens, der Sicherheitsstandards, Verbraucherschutz und Umweltstandards definiert, um so das öffentliche Interesse zu wahren und zu schützen.
Bis jetzt hat sich die Kommission Forderungen nach einer sektorübergreifenden Gesetzgebung für Dienstleistungen von allgemeinem Interesse widersetzt. Solche Dienstleistungen seien die Sache nationaler, regionaler und lokaler Behörden, so die Kommission.
Der Bericht ruft die Kommission dennoch auf, ‚geeignete Gesetzesinitiativen’ zu initiieren und fordert spezifische Richtlinien für Sozial- und Gesundheitsdienste. Letztlich definiert der Bericht auch die finanziellen Rahmen für öffentliche Dienstleistungen.




