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Unternehmen sollen bei Innovationen auf ‚alte Erkenntnisse’ zurückgreifen [DE]

Veröffentlicht 29. Oktober 2008 - Aktualisiert 29. Januar 2010
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Da die Kreditkrise öffentliche und private Investitionen in die FuE dämpft, argumentieren Experten, dass Innovationen auch durch neuartige Kombinationen von alten Erkenntnissen in Unternehmen, die nur in geringem Maße auf Technologien angewiesen sind, oder Sektoren, die nur wenig FuE betreiben, erzielt werden könnten. 

Sämtliche Formen bestehender Erkenntnisse könnten zu Innovationen beitragen, sagte der Direktor des finnischen Ministeriums für Beschäftigung und Wirtschaft Petri Peltonen am 28. Oktober 2008 bei einer von BusinessEurope, dem europäischen Arbeitgeberverband, organisierten Konferenz.

Man solle sich deshalb nicht nur auf eine stark wissenschaftliche oder technologieintensive Ausrichtung konzentrieren. Stattdessen solle die Definition von ‚Innovationen’ ausgeweitet werden und zusätzlich neuartige Kombinationen von bereits bestehenden Erkenntnissen umfassen, argumentiert Peltonen. Das würde besonders auf KMU zutreffen, die sehr gut darin seien, Erkenntnisse neu miteinander zu verbinden, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, fügte er hinzu. 

Neuartige Kombinationen von bestehenden Erkenntnissen könnten beispielsweise zu Innovationen in der Unternehmensorganisation führen. 

Diese Beobachtung wird vom OECD-Ausblick 2008 bekräftigt, der einen Überblick über Trends und Entwicklungen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation bietet. Aus dem am 27. Oktober 2008 veröffentlichten Bericht geht hervor, dass sich die meisten politischen Maßnahmen weiterhin auf wissenschaftliche und technische Innovationen konzentrieren, aber die Innovationen von Unternehmen deutlich über technologische Innovationen hinausgehen und auch Innovationen in den Bereichen Prozessabläufe, Unternehmensorganisation und Marketing umfassen.

Der Umfang politischer Maßnahmen zur Innovationsförderung müsse deshalb ausgeweitet werden und die gesamte Bandbreite der Innovationstätigkeiten, darunter auch die Sektoren, die nur wenig FuE betrieben, umfassen, so die OECD.

Mit Blick auf die derzeitige Kreditkrise wird im Ausblick der OECD angemerkt, dass die zukünftigen weltweiten Investitionen in FuE und Innovationen teilweise von den langfristigen Auswirkungen der Instabilität der Finanzmärkte auf die Unternehmensausgaben abhingen, die den Großteil der Investitionen in FuE in den OECD-Ländern ausmachten.

Peltonen wies außerdem darauf hin, dass Forschung und Entwicklung Bereiche seien, in denen Kosteneinsparungen leicht fallen würden. Trotzdem müsse man sich bewusst sein, dass die gesamte Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bedroht sei und geschwächt werde, wenn solche Einsparungen gemacht würden, warnte er. Er glaubt, es liege in der Verantwortung der Regierungen, Anreize zu schaffen, die den unmittelbaren Bedürfnissen der Unternehmen in solch schwierigen Zeiten gerecht würden. 

Er zeigte sich optimistisch, dass Unternehmen die Krise überwinden könnten, wenn sie nur kurzfristig sei. Er merkte jedoch an, dass sich die Situation verschlechtern könnte, wenn die derzeitige Kreditkrise noch deutlich länger andauere.

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